Palma: MÉS wirft Rathaus vor, 230 Obdachlose abzumelden
Rund 180 Menschen sind nach Angaben von MÉS per Palma von der geplanten Räumung in Son Bordoy in Palma betroffen. Die Partei wirft dem Rathaus vor, 230 Obdachlose aus dem Melderegister abgemeldet zu haben. MÉS fordert deshalb einen radikalen Kurswechsel in der Politik gegen Wohnungslosigkeit.
David Pujol, Bürgermeisterkandidat von MÉS per Palma, erklärte, Obdachlosigkeit verschwinde nicht, wenn Menschen aus Gebäuden gedrängt, aus dem Register gestrichen oder vom Schlafen an bestimmten Orten abgehalten würden. Das Rathaus wolle Armut unsichtbar machen, seine Partei wolle ihre Ursachen bekämpfen.
Nach Darstellung von MÉS fragte das Rathaus das Rote Kreuz nach Informationen über Personen, zu denen das Rathaus seit sechs Monaten keinen Kontakt mehr hatte. Pujol kritisierte, eine Stadt dürfe Menschen nicht aus dem Register löschen, die bereits ihre Wohnung verloren hätten.
Forderung nach mehr Hilfe und Schutzräumen
MÉS will in der kommenden Plenarsitzung des Stadtrats 13 Maßnahmen vorlegen. Kern ist eine kommunale Strategie zur Prävention und Bekämpfung von Wohnungslosigkeit mit Budget, Zeitplan und messbaren Zielen. Sie soll die Ergebnisse einer Zählung aufnehmen, die die Universität der Balearen und EAPN Ende September erstellen wollen.
Der Stadtrat Miquel Àngel Contreras fordert mehr Unterbringungsplätze, Hygieneräume mit Duschen und Waschmöglichkeiten sowie sichere Orte für persönliche Sachen. Außerdem verlangt die Partei rund um die Uhr zugängliche Klimaschutzräume und einen ständigen Runden Tisch zur Wohnungslosigkeit.
Mehr Menschen brauchen Unterstützung
Nach den von Contreras genannten Zahlen betreute das Rote Kreuz 2025 insgesamt 1.125 Menschen in dauerhafter Wohnungslosigkeit. Das waren 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Weitere 2.690 Menschen benötigten irgendeine Form von Hilfe.
Contreras verwies auch auf die frühere Haftanstalt: Das Rathaus hatte dort 226 Bewohner gezählt. Viele von ihnen schliefen nun am Strand, nahe GESA oder im Wald von Bellver, sagte MÉS. Die Partei verlangt, die Räumung von Son Bordoy zu stoppen, bis für die rund 180 Betroffenen eine Wohnalternative vorhanden ist.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com