Satse warnt vor Personalmangel in Neonatologie von Son Espases
Die Pflegegewerkschaft Satse wirft dem Balearischen Gesundheitsdienst IBSalut vor, die Sicherheit von Pflegekräften und Neugeborenen in der Neonatologie des Universitätskrankenhauses Son Espases in Palma auf Mallorca zu gefährden. Anlass seien fehlende Fachkräfte, Überstunden und eine seit Monaten anhaltende Belastung, erklärte die Organisation am 18. August.
In der Neonatologie mit zwölf Plätzen sei die Belegung im Sommer zeitweise auf 16 Patienten gestiegen, ohne dass zusätzliches Pflegepersonal eingesetzt worden sei. Dadurch habe es mehrfach eine Pflegekraft für drei Patienten auf der Neugeborenenintensivstation gegeben. Nach Angaben von Satse sei normalerweise eine Pflegekraft für zwei Patienten vorgesehen.
Überstunden und nicht besetzte Schichten
Nicht besetzte Schichten könnten wegen der Spezialisierung der Aufgaben nur durch die Pflegekräfte des Dienstes selbst abgedeckt werden, erklärte die Gewerkschaft. Dies führe zu zusätzlichen Schichten durch Überstunden sowie zur Ablehnung persönlicher Freistellungen.
Das Pflegeteam sei nach Angaben von Satse erschöpft und verzweifelt. Die Kombination aus zu vielen Arbeitsstunden, hoher Arbeitsbelastung und schlechteren Betreuungsquoten gefährde nach Einschätzung der Gewerkschaft die klinische Sicherheit der Neugeborenen und die Gesundheit des Personals.
Neun Hebammenstellen unbesetzt
Auch im Mutter-Kind-Bereich meldete Satse Personalengpässe. Im Kreißsaal und auf der Entbindungsstation seien neun Hebammenstellen unbesetzt, was nach Angaben der Gewerkschaft fast 20 Prozent der gesamten Belegschaft in diesem Bereich entspreche.
Die dort beschäftigten Hebammen müssten Ausfälle und offene Dienste selbst auffangen, erklärte Satse. Die Gewerkschaft nannte hohe Arbeitsbelastungen, zahlreiche Überstunden sowie abgelehnte persönliche Freistellungen und bei nicht fest angestelltem Personal auch abgelehnte Urlaubsanträge.
Satse teilte mit, den aus ihrer Sicht bestehenden Risikozustand über den Sicherheits- und Gesundheitsausschuss gemeldet zu haben. Die Organisation schließt weitere Mitteilungen an andere Stellen, einschließlich Justizbehörden, nicht aus und kündigte für den Herbst eine Mobilisierungskampagne an.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com