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Studie: Pest-Ausbruch auf Mallorca war wohl nicht bubonisch

Eine am 18. August 2026 in Barcelona bekannt gemachte Studie kommt zu dem Schluss, dass der Pest-Ausbruch auf Mallorca im Jahr 1820 wahrscheinlich keine klassische Beulenpest war. Der im Mai 1820 im Osten der Insel begonnene Ausbruch war laut Untersuchung der letzte in Europa.

Varias embarcaciones en Mallorca
Foto: Tomàs Moyà – Europa Press

Die in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlichte Untersuchung wurde von Joana Pujadas-Mora von der Universitat Oberta de Catalunya und Pere Puig von der Universitat Autònoma de Barcelona erstellt. Sie verweist auf eine Sterblichkeit von 78 Prozent und eine schnelle Verschlechterung des Zustands der Erkrankten.

Schwere Verlaufsformen im Mittelpunkt

Nach Einschätzung der Forschenden waren vor allem die pneumonische und die septikämische Form der Pest von Bedeutung. Die Ergebnisse stützen sich auf historische Belege sowie auf heutiges Wissen über die Übertragung von Krankheiten.

Der Ausbruch ereignete sich vor der Entwicklung der Bakteriologie. Deshalb kombinierten die Forschenden die überlieferten Angaben mit aktuellen Erkenntnissen zur Krankheitsübertragung.

Schiff aus Tanger als möglicher Ausgangspunkt

Die Ansteckungen gingen der Studie zufolge nicht von Nagetieren aus. Flöhe oder Läuse hätten nach der Ankunft eines Schiffes aus Tanger in Son Servera auf Mallorca als Überträger der Krankheit gewirkt; die Passagiere an Bord seien bereits infiziert gewesen.

Die damaligen Behörden sperrten Artà auf Mallorca, Son Servera auf Mallorca, Capdepera auf Mallorca und Manacor auf Mallorca ab. Der Handel und die Bewegungen zwischen den Orten gingen zurück, dennoch starben 2.400 der 7.500 Einwohner dieses Gebiets.

Themen: Son Servera · Artà · Capdepera · Manacor

Quelle: Europa Press / Mallorca.com