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Palma: Tierschützer fordern Aus für Pferdekutschen

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Am Samstag wollen fünf Tierschutzorganisationen in Palma gegen Pferdekutschen für Touristen demonstrieren. Die Kundgebung beginnt um 11.00 Uhr an der Plaça de la Seu. Anima Naturalis, Peta, Satya Animal, die Franz-Weber-Stiftung und Progreso en Verde verlangen von der Stadtverwaltung eine verbindliche Frist für das Ende der Tiergespanne.

Manifestantes en una protesta contra las calesas en Palma.
Europa Press

Die Gruppen werfen dem Rathaus vor, ein im März geschlossenes Abkommen mit dem Gewerbe der Kutschfahrer reiche nicht aus. Es sieht vor, die von Pferden gezogenen Kutschen durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen. Nach Angaben der Organisationen enthält es aber weder eine verpflichtende Frist noch Sanktionen bei Nichteinhaltung.

Streit um Hitze und neue Regeln

Im Sommer hob das Oberste Gericht der Balearen die Änderung einer städtischen Regelung auf, die den Verkehr der Pferdekutschen bei extremer Hitze eingeschränkt hatte. Nach Darstellung der Tierschützer dürfen die Pferde damit auch bei gelben Warnungen weiter Kutschen ziehen. Diese gelten im Süden Mallorcas ab 36 Grad.

Anima-Naturalis-Direktorin Aïda Gascón kritisiert, die Organisationen hörten seit 2022 dieselbe Zusage. Damals war laut den Gruppen vereinbart worden, die Pferde bis 2024 aus dem Dienst zu nehmen. Der Zentralstaat hatte dafür 250.000 Euro für elektrische Kutschen in Aussicht gestellt, zuvor waren weitere 70.000 Euro vorgesehen. Beide Hilfen seien jedoch nicht ausgezahlt worden.

28 Kutschfahrer sollen Elektrofahrzeuge zahlen

Das Abkommen vom März 2026 überträgt die Kosten nach Angaben der Plattformen nun auf die 28 Kutschfahrer. Sie hätten sich freiwillig verpflichtet, Elektrofahrzeuge für jeweils rund 40.000 Euro selbst zu finanzieren. Eine verabschiedete Verordnung, die diese Zusage absichert, gebe es noch nicht.

Bei der Demonstration wollen die Organisationen nicht nur ein Enddatum für die Pferdekutschen fordern, sondern auch einen formellen Rettungsplan für jedes Tier, das aus dem Dienst genommen wird. Der Druck wuchs zuletzt nach einem Video: Darin bespritzte ein Kutschfahrer eine Touristin mit Wasser, nachdem sie ihn aufgefordert hatte, seinem Pferd Wasser zu geben. Die Stadtverwaltung leitete gegen den Fahrer ein Informationsverfahren ein.

Die Aktivisten verweisen auf Capdepera, wo eine Verordnung die Tiergespanne bereits 2016 verbot. Alcúdia beschloss 2023 einstimmig den Ersatz durch zugelassene Elektrofahrzeuge, Muro verabschiedete 2024 eine eigene Regelung. In Palma demonstrieren seit September jeden Samstag Gruppen gegen die Pferdekutschen.

Themen: Tourismus · Politik · Palma · Capdepera · Alcúdia · Muro

Quelle: Europa Press / Mallorca.com