Pflege sucht Hunderttausende Kräfte bis 2030
In Spanien soll die neue Kampagne „Cuidar es futuro“ die Arbeit professioneller Pflegekräfte sichtbarer machen. Der Verband der Unternehmen für Pflegedienstleistungen AESTE fordert mehr Anerkennung für die Beschäftigten. Denn bis 2030 braucht das Land nach Berechnung des Ministeriums für soziale Rechte zwischen 261.400 und 639.400 zusätzliche Fachkräfte für die Langzeitpflege.
AESTE-Präsidentin Lourdes Rivera betont, hinter jeder gut betreuten älteren Person stünden qualifizierte Fachkräfte. Wer Pflege auch morgen sichern wolle, müsse die Menschen wertschätzen, die sie heute leisten.
Mehr Pflegebedarf, mehr Personal gesucht
Die Zahl der Menschen mit einer wirksamen Leistung aus dem System für Autonomie und Pflege erreichte im März mit 1.655.446 Berechtigten ihren bisherigen Höchststand. Zugleich soll der Anteil der Menschen ab 65 Jahren in den kommenden Jahrzehnten von derzeit 21,1 Prozent auf 30,9 Prozent der Gesamtbevölkerung steigen.
AESTE sieht in der Anerkennung der Pflegeberufe deshalb mehr als ein symbolisches Zeichen. Sie sei nötig, damit künftig genug Fachkräfte für Menschen mit Pflegebedarf zur Verfügung stehen.
Videos zeigen den Alltag der Pflegekräfte
Im Rahmen von „Cuidar es futuro“ veröffentlicht der Verband wöchentlich Videos mit Interviews von Fachkräften aus unterschiedlichen Einrichtungen, Dienstleistungen und Berufsprofilen. Sie berichten über Schwierigkeiten im Arbeitsalltag und darüber, was Pflege für sie bedeutet.
Als Probleme nennt AESTE fehlende Anerkennung, eine Unterfinanzierung des Systems und starre Regeln bei öffentlichen Aufträgen. Diese Faktoren erschwerten es, die als essenziell bezeichneten Berufe besser zu bezahlen. Zudem verzögerten Verfahren zur Anerkennung von Abschlüssen und Kompetenzen den Einstieg qualifizierter Fachkräfte, warnt der Verband.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com