Mallorca-Finanzier bestreitet Geldwäsche bei Plus Ultra
Vor Gericht in Madrid bestreitet ein Finanzier aus Mallorca am Freitag, Geld aus der staatlichen Rettung der Fluggesellschaft Plus Ultra gewaschen zu haben. Simon Leendert Verhoeven sagt am 16. Oktober als Beschuldigter vor Richter José Luis Calama aus, er habe von der Rettung über 53 Millionen Euro während der Pandemie nichts gewusst. Ermittler verdächtigen den Niederländer, an einer Geldwäscheorganisation beteiligt gewesen zu sein.
Streit um Darlehen und Unterschriften
Verhoeven sagt, er habe fünf Darlehen mit Plus Ultra über mehr als zwei Millionen Euro vereinbart. Unregelmäßigkeiten bei den Verträgen bestreitet er. Die Unterschrift auf den Verträgen, die Plus Ultra in diesem Verfahren vorgelegt hat, erkennt er nach Angaben von Justizkreisen allerdings nicht an. Auf anderen Verträgen, die in der Schweiz untersucht werden, erkennt er seine Unterschrift an.
Bei einer Durchsuchung seines Hauses auf Mallorca stellte die Polizei im vergangenen Oktober Uhren, Schmuck und Goldbarren sicher. Verhoeven erklärt die Gegenstände mit seinen legalen Geschäften. Er sei Mehrheitsgesellschafter von drei Unternehmen in Gibraltar und Großbritannien, die unter anderem mit Edelmetallen handeln.
Ermittler prüfen mutmaßliches Geldwäsche-Netzwerk
Nach Ansicht der Ermittler soll Verhoeven über internationale Firmen falsche Rechnungen ermöglicht haben. Geld aus der Rettung von Plus Ultra soll auf undurchsichtigen Konten in mehreren Ländern gelandet sein. Gegen ihn wird unter anderem wegen des Verdachts auf Geldwäsche und Einflussnahme ermittelt. Auch der frühere spanische Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero ist Beschuldigter in dem Verfahren.
Verhoeven wurde im vergangenen Monat in Deutschland festgenommen und nach Spanien überstellt. Inzwischen ist er wieder frei. Er musste seinen Pass abgeben, darf Spanien nicht verlassen und muss alle zwei Tage vor Gericht erscheinen.
Themen: Gerichtsprozesse · Polizei
Quelle: Europa Press / Mallorca.com