Balearen: Prohens lehnt Mietregeln trotz Wohnungsnot ab
Wer auf den Balearen eine bezahlbare Mietwohnung sucht, hat es nach Einschätzung von Regierungschefin Marga Prohens heute schwerer als vergangene Woche. Am 1. Oktober erklärte Prohens in Eivissa, dass ihre Regierung das Gesetz zu sogenannten angespannten Wohngebieten weiterhin nicht anwenden werde. Die Mietregeln verschärften das Wohnungsproblem, statt es zu lösen, sagte sie.
Als Beispiel nannte Prohens Katalonien, wo die Regeln gelten. Dort habe es innerhalb von drei Monaten mehr als 900 Zwangsräumungen gegeben. Zudem seien nach Einführung der Regeln vor allem günstigere Mietwohnungen vom Markt verschwunden. Die Preise der verbliebenen Wohnungen seien gestiegen. Das sind Prohens’ Angaben.
Auf den Balearen seien 96 Prozent der Wohnungseigentümer Familien und Kleineigentümer, sagte Prohens. Eine Entscheidung, nach der Eigentümer Mieter bei ausbleibender Vertragsverlängerung entschädigen müssten, habe ihrer Darstellung nach bereits dazu geführt, dass zahlreiche Mietwohnungen vom Markt genommen wurden. Sie kritisierte außerdem zwei Dekrete, die sich widersprächen.
Prohens will stattdessen weiter öffentliche Wohnungen schaffen und Einwohner beim Zugang zu ihnen bevorzugen. Mehr Wohnungen auf dem Markt seien aus ihrer Sicht die einzige Lösung für das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Eigentümer bräuchten dafür Sicherheit, sagte sie.
Themen: Wohnen & Immobilien · Politik
Quelle: Europa Press / Mallorca.com