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40 Menschen demonstrieren in Palma gegen Pferdekutschen

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Rund 40 Menschen sind am Samstag durch das Zentrum von Palma gezogen und haben das Ende der Pferdekutschen gefordert. Die Tierschutzgruppen verlangen, dass die von Pferden gezogenen Kutschen durch elektrische Wagen ersetzt werden. Sie sprechen von „Tiermisshandlung“.

Concentración de las plataformas animalistas en Palma para pedir el fin de las calesas de caballos.
Europa Press

Die Demonstranten versammelten sich an der Plaça de la Seu in Palma und zogen anschließend zur Carrer del Conqueridor. Dort hatte es vor einigen Wochen Streit zwischen einem Kutschenfahrer und einer Touristin gegeben, die verlangte, dass das Pferd Wasser bekommt. Bei dem Protest riefen die Teilnehmer unter anderem: „Palma will keine Pferdekutschen“ und „Kutscher, zieh du den Wagen“.

Tierschützer kündigen weitere Proteste an

Zu dem Marsch hatten Anima Naturalis, Peta, Satya Animal, FFW und Progreso en Verde aufgerufen. Kike Gimeno von Satya Animal erklärte, der Unmut in der Bevölkerung sei groß. Die Gruppen wollten daher jeden Samstag demonstrieren und so Druck auf die Kutschenfahrer und das Rathaus von Palma ausüben.

Nach Angaben der Aktivisten gibt es bislang keinen Kalender für den Wechsel zu elektrischen Kutschen. Direkten Kontakt zu den Verhandlungen hätten die Tierschutzgruppen trotz entsprechender Bitte nicht gehabt. Das Rathaus habe zwar „einige Schritte“ unternommen, sagte Gimeno, wolle den Umbau aber offenbar nicht finanzieren. Die Kosten müssten demnach die Besitzer der Kutschen tragen.

Abkommen ohne feste Frist

Die Plattformen verweisen auf ein zweites Abkommen, das das Rathaus im März 2026 mit der Zunft der Kutschenfahrer unterschrieben hatte. Es sieht den Ersatz der von Tieren gezogenen Wagen durch Elektrofahrzeuge vor. Nach Darstellung der Organisationen enthält es jedoch weder eine verbindliche Frist noch Sanktionen bei einem Verstoß.

Für den Wechsel seien eine Änderung der städtischen Verordnung und Ladestationen für die elektrischen Wagen nötig, erklärte Gimeno. Die Aktivisten fordern deshalb eine Verordnung mit verbindlichem Datum sowie einen Rettungsplan für jedes Pferd, das aus dem Dienst genommen wird. Sie erklärten außerdem, dass sie Unterbringungsmöglichkeiten in Auffangstationen und auf privaten Höfen geprüft hätten.

Die Gruppen kritisieren auch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der Balearen. Das Gericht hatte eine Änderung der städtischen Regeln aufgehoben, die den Einsatz der Pferdekutschen bei extremer Hitze einschränken sollte. Nach Angaben der Organisationen dürfen Pferde damit auch bei gelben Warnungen weiter Kutschen ziehen, die im Süden Mallorcas ab 36 Grad gelten. Zudem seien sechs Monate vor dem Abkommen im März innerhalb von weniger als drei Tagen zwei Kutschenpferde im Zentrum von Palma zusammengebrochen.

Themen: Tourismus · Palma

Quelle: Europa Press / Mallorca.com