Palma: Polizei räumt Protestcamp auf der Plaza de España
Rund 20 Polizisten sperren am Mittwochabend, 4. November, die Plaza de España in Palma auf Mallorca ab und räumen ein Protestcamp für Wohnraum. Die Menschen campierten dort seit Beginn der Proteste gegen die Zwangsräumung der inzwischen verstorbenen Maricarmen Abascal. Gegen 20 Uhr beginnen die Beamten, die Anwesenden zu identifizieren.
Arbeiter räumen Habseligkeiten weg
Lastwagen des städtischen Unternehmens Emaya fahren vor. Arbeiter beginnen, die Habseligkeiten der Campierenden zu entfernen. Die Holzpaletten, mit denen diese ihr Camp abgegrenzt und geschützt hatten, waren bereits am Montag verschwunden.
Camp-Sprecher Lluc Cifre sagt, die Polizei sei überraschend gekommen und habe ihnen zunächst keine Zeit gelassen, ihre Sachen zu holen. Später dürfen einige Menschen hinter die Absperrung, um Zelte, Matratzen und andere Gegenstände einzusammeln. Etwa 20 Unterstützer rufen Parolen und fragen nach der Anordnung für die Räumung. Während des mehrstündigen Einsatzes kommt es zu Wortgefechten mit Menschen, die das Camp kritisieren und die Polizei unterstützen. Gegen Ende greift die Polizei ein, um Schlägereien zu verhindern.
Stadt und Regierungsvertreter streiten über den Einsatz
Der Regierungsvertreter für die Balearen, Pere Joan Pons, äußert auf X „tiefe Besorgnis“. Aus seiner Sicht schützt das Versammlungsrecht das Camp; eine offizielle Anfrage an seine Behörde habe es nicht gegeben. Die Stadt Palma erklärt dagegen, sie habe die Räumung noch am Mittwoch mitgeteilt. Das Camp sei nicht mehr vom Versammlungsrecht gedeckt, weil es die ursprünglich angekündigte Dauer und die Bedingungen erheblich überschritten habe.
Die Stadt begründet ihren Einsatz zudem damit, dass die Behörde des Regierungsvertreters trotz wiederholter Aufforderungen des Bürgermeisters Jaime Martínez nicht gehandelt habe. Die Nationalpolizei verstärkt zeitweise die Absperrung. Städtische Sozialdienste betreuen vor Ort eine ältere Frau, der laut Stadt eine Unterkunft angeboten wurde.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com