Puente tritt zurück: In Palma streiten Parteien über Motive
In Palma auf Mallorca streiten die Parteien darüber, warum Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente zurückgetreten ist. Am 4. November bewerteten ihre Sprecher den Rücktritt nach einer Sitzung der Sprecherkonferenz. Sozialisten, Més per Menorca und Unidas Podemos sehen darin die Übernahme politischer Verantwortung. Die konservative Volkspartei (PP) vermutet dagegen Wahlkalkül von Ministerpräsident Pedro Sánchez.
Der sozialistische Sprecher Iago Negueruela lobte Puentes „enorme Würde“. Josep Castells von Més per Menorca nannte den Rücktritt notwendig: Nach seiner Ansicht musste jemand auf höchster politischer Ebene Verantwortung übernehmen. Auch José María García von Unidas Podemos sagte, der Schritt ehre Puente. Nach zwei schweren Unfällen innerhalb von neun Monaten habe der Minister nicht im Amt bleiben können. García zufolge hätte er allerdings schon unmittelbar nach dem Unfall von Urda zurücktreten müssen.
Die stellvertretende PP-Sprecherin Marga Durán fragte, warum Puente nicht bereits nach dem Unfall von Adamuz zurückgetreten sei. Sie wirft Sánchez vor, den Rücktritt mit Blick auf Umfragen vor der Parlamentswahl am 29. November erzwungen zu haben. Puente solle als „Schutzwall“ für den Regierungschef dienen, meint sie. Vox-Sprecherin Manuela Cañadas begrüßte den Rücktritt, betonte aber, die Verantwortung der Regierung sei damit nicht erledigt.
Themen: Politik
Quelle: Europa Press / Mallorca.com