Palma: Gericht stoppt Räumung von Familie mit drei Kindern
Die Räumung einer Familie mit drei minderjährigen Kindern im Stadtteil Son Oliva in Palma auf Mallorca ist vorerst gestoppt. Sie war für Montagmorgen in der Straße Jordi Andreu Alcover 16 geplant. Gegen 09.00 Uhr erfuhr die Familie, dass ein Gericht in Palma die Räumung vorläufig ausgesetzt hatte, wie Stop Desahucios Mallorca mitteilte.
Grundlage ist das Königliche Gesetzesdekret 29/2026, auch Dekret Maricarmen genannt. Nachdem der spanische Kongress die Regelung zunächst abgelehnt hatte, beschloss die Regierung sie erneut. Am Mittwoch erschien sie im spanischen Staatsanzeiger, am Donnerstag trat sie in Kraft.
Mietschulden nach Jobverlust
Für die Familie ist es bereits das zweite Räumungsverfahren. Im ersten Streit ging es um das Ende des Mietvertrags; damals setzten sich die Mieter durch. Diesmal sind Mietschulden der Grund. Nach Angaben von Stop Desahucios Mallorca verlor der Vater seine Arbeit und klagte gegen seine Entlassung. Während des Verfahrens konnte die Familie die Miete nicht zahlen.
Später gewann der Mann den Prozess und versuchte, die Rückstände zu begleichen. Der Eigentümer hatte jedoch bereits rechtliche Schritte eingeleitet. Eines der Kinder hat Autismus, bei einem weiteren laufen Untersuchungen dazu.
Streit um die Nutzung der Räume
Stop Desahucios Mallorca wirft dem Eigentümer außerdem vor, der Familie Räume als Wohnung vermietet zu haben, die als Ladenlokal oder Büro eingestuft sind. Der Verein vermutet, dass der Eigentümer auch andere Büros ohne entsprechende Genehmigung als Wohnungen vermietet. Belegt ist dieser Verdacht in der Mitteilung nicht.
Nach der vorläufigen Aussetzung suchen beide Seiten nun nach einer Lösung, damit die Familie in den Räumen bleiben kann.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com