Reisebüros: 33 Prozent Arbeitszeit bleiben Streitpunkt
Für Reiseleiter sollen weiterhin 33 Prozent der Arbeitszeit unregelmäßig verteilt werden können. Die Gewerkschaft CCOO lehnt den neuen Vorschlag des Arbeitgeberverbands in den Tarifverhandlungen für Reisebüros deshalb weiter ab. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press am 1. Oktober aus Madrid berichtet, legte der Verband bei der Verhandlungsrunde am Montag, 28. September, ein überarbeitetes Modell vor.
Drei Quoten statt einer
Ursprünglich wollte der Arbeitgeberverband für die gesamte Belegschaft eine unregelmäßige Verteilung von 33 Prozent der Arbeitszeit. Nun schlägt er drei Stufen vor: 20 Prozent für Beschäftigte im MICE-Bereich, im Incoming-Geschäft und in unterstützenden Tätigkeiten. Unter besonderen Umständen sollen daraus 25 Prozent werden. Für Reiseleiter bleiben es 33 Prozent, für die übrigen Beschäftigten sind 10 Prozent vorgesehen.
CCOO sieht darin eine Änderung gegenüber dem ersten Vorschlag, hält die Quoten aber weiter für zu hoch. Besonders bei den Reiseleitern kritisiert die Gewerkschaft die unveränderten 33 Prozent: Deren Arbeitsalltag sei bereits stark von unregelmäßigen Zeiten geprägt.
Auch bei Krankheit gibt es Streit
Bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit will der Arbeitgeberverband für die ersten drei Tage weiterhin 50 Prozent zahlen, ab dem vierten Tag 80 Prozent – begrenzt auf sechs Monate. CCOO lehnt das ab und warnt vor Folgen vor allem für Beschäftigte, die länger ausfallen.
Einen Fortschritt erkennt die Gewerkschaft nur beim Vorschlag zur Anrechnung von Entgeltbestandteilen: Der Arbeitgeberverband will diese auf die Stufe 10 begrenzen und für die übrigen Stufen streichen. CCOO nennt das einen Schritt in die richtige Richtung, verlangt aber eine schriftliche Erklärung zur Umsetzung und zu den betroffenen Gehältern.
Der Arbeitgeberverband will noch vor Jahresende eine Einigung. CCOO möchte weiterverhandeln, aber nach eigenen Angaben keinen Abschluss unterschreiben, der die Arbeitsbedingungen deutlich verschlechtert, nur damit der Tarifvertrag im Dezember steht. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 7. Oktober angesetzt.
Themen: Arbeitsmarkt · Wirtschaft
Quelle: Europa Press / Mallorca.com