Reisebüros: Gewerkschaft lehnt flexible Arbeitszeit ab
In Spaniens Reisebüros stehen Arbeitszeiten und Zuschüsse bei längerer Krankheit zur Debatte. Madrid, 9. Oktober 2026: Die Gewerkschaft CCOO lehnt die bisherigen Vorschläge des spanischen Reisebüroverbands ab. Bei der jüngsten Tarifrunde am 8. Oktober verlangte sie den vollständigen Vertragsentwurf, bevor sie Alternativen vorlegt. Sie wolle nicht „blind verhandeln“.
Streit um Arbeitszeit und Krankheit
CCOO lehnt eine unregelmäßige Verteilung der Arbeitszeit ab. Welche Arbeitsbereiche davon betroffen wären, sei nicht klar genug festgelegt. Die Gewerkschaft befürchtet deshalb, dass Unternehmen ohne klare Grenzen über die Zeit ihrer Beschäftigten verfügen könnten. Auch eine unregelmäßige Arbeitszeit von 33 Prozent für Reiseführer weist sie zurück.
Zudem wehrt sich CCOO dagegen, den Zuschuss bei Arbeitsunfähigkeit auf sechs Monate zu begrenzen. Das würde nach Ansicht der Gewerkschaft Menschen mit langwierigen Erkrankungen benachteiligen. Sie lehnt auch ab, die berufliche Einstufung OL auf Stufe 5 zu beschränken.
Vollständiger Entwurf soll kommen
CCOO schließt Verhandlungen über diese Punkte nicht aus. Dafür verlangt sie den gesamten Entwurf der Confederación Española de Agencias de Viajes (CEAV). Auch bei der geplanten Verrechnung von Gehaltserhöhungen mit bestehenden Lohnbestandteilen fordert sie Details: Davon hänge ab, ob vereinbarte Erhöhungen auf den Gehaltsabrechnungen ankommen.
Außerdem will die Gewerkschaft Schutzmaßnahmen für LGBTI-Beschäftigte im Tarifvertrag verankern. Der Reisebüroverband hat zugesagt, einen vollständigen Entwurf zu schicken. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 28. Oktober geplant.
Themen: Arbeitsmarkt
Quelle: Europa Press / Mallorca.com