Schlangen auf Ibiza: EU soll Zierbaum-Verbot prüfen
Auf Ibiza und Formentera breiten sich invasive Schlangen aus – die geschützte Pityusen-Eidechse gerät unter Druck. Die Stiftung Ibiza & Formentera Preservation fordert am 12. Oktober 2026 von europäischen Institutionen Schutzmaßnahmen. Dazu gehört die Prüfung, ob die Einfuhr großer Zierbäume vom spanischen Festland dauerhaft verboten werden könnte.
Zierbäume gelten als Einfallstor
Den Transport großer Zierbäume, darunter jahrhundertealte Olivenbäume, sieht die Stiftung als wichtigsten Weg, auf dem neue Schlangen auf die Inseln gelangen. Sie verlangt eine unabhängige wissenschaftliche Prüfung der bisherigen saisonalen Beschränkungen und Quarantäneregeln. Die Europäische Union soll auch bewerten, ob ein mögliches dauerhaftes Verbot mit den Regeln des Binnenmarkts vereinbar wäre. Eine sofortige Einfuhrsperre fordert die Stiftung nicht.
Mehr Fallen und neue Bestandszahlen
Die Stiftung will wissen, wo auf Ibiza und Formentera noch Pityusen-Eidechsen leben. Die letzten Referenzstudien stammen aus den Jahren 2017 und 2022. Zudem hält ein in ihrem Auftrag erstellter interner Bericht den bisherigen Schlangenfang für unzureichend, um die Population deutlich zu verringern. Die Stiftung fordert deshalb einen zusätzlichen Fangplan und schnelle Maßnahmen, falls Schlangen zu weiteren kleinen Inseln schwimmen.
Die Europäische Kommission hat ihre Sorge über den Zustand der Eidechsen bereits geäußert. Für Schutzmaßnahmen und den Umgang mit invasiven Arten seien jedoch vor allem nationale und regionale Behörden zuständig, erklärte sie.
Themen: Natur & Tiere · Umwelt
Quelle: Europa Press / Mallorca.com