Balearen: Fünf Regionen wollen Fangtage neu berechnen
Wie viele Tage Schleppnetzfischer auf den Balearen fischen dürfen, soll künftig anders berechnet werden. Die Balearen und vier weitere Mittelmeerregionen haben dafür einen Vorschlag an die EU-Kommission ausgearbeitet, wie die balearische Fischereibehörde am Freitag, 16. Oktober, in Palma auf Mallorca mitteilte. Das Papier soll an EU-Fischereikommissar Costas Kadis gehen.
Eine Art entscheidet bisher für alle
Derzeit bestimmt die Lage der am stärksten gefährdeten Fischart mit, wie viele Fangtage der gesamten Schleppnetzflotte im westlichen Mittelmeer zustehen. Die fünf Regionen wollen stattdessen den Zustand mehrerer Arten gemeinsam bewerten. Dabei sollen wissenschaftliche Daten und die Unterschiede zwischen den Fanggebieten stärker zählen.
Kadis hatte bei einem Treffen am 3. September in Brüssel eine andere Möglichkeit ins Spiel gebracht: einen Durchschnitt aus den Schätzungen zu verschiedenen Fischbeständen. Die Regionen halten auch das nicht für ausreichend. Für einzelne Arten lägen nicht immer gleich viele Daten vor; zudem würden sie nicht stets für gleich große Gebiete untersucht.
Maßnahmen je nach Fanggebiet
Der Vorschlag betrachtet unter anderem, wie sich die Menge der Fische, ihre Größenverteilung und die entnommene Menge im Verhältnis zum verfügbaren Bestand entwickeln. Bleiben die Bestände stabil oder wachsen sie und liegt die Entnahme innerhalb sicherer Grenzen, könnte die bisherige Nutzung beibehalten werden. Bei ungünstigen Werten sollen Maßnahmen zur jeweiligen Zone und zum betroffenen Bestand passen.
Die Regionen wollen Fangtage außerdem nicht als einziges Mittel zum Schutz der Bestände nutzen. Sie nennen auch zeitweise Fangverbote, die Schließung einzelner Gebiete und Fanggeräte, die gezielter bestimmte Arten fangen. Ob die EU-Kommission den Vorschlag aufgreift, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com