51.000 Stunden Schleppnetze: Auch Menorca betroffen
Auch im geschützten Kanal von Menorca deuten Schiffssignale auf Schleppnetzfischerei hin. Die Meeresschutzorganisation Oceana stellte am Donnerstag, 22. Oktober, in Madrid eine Auswertung vor: Demnach kamen 2025 in sechs spanischen Meeresschutzgebieten insgesamt mehr als 51.000 Stunden mutmaßlicher Schleppnetzfischerei zusammen. Die Signale stammen laut Oceana von 205 Schiffen.
Empfindliche Lebensräume betroffen
Von den ermittelten Stunden entfielen 3.456 auf Gebiete, die ausdrücklich als empfindliche Lebensräume kartiert sind. Zu den Lebensräumen in den sechs Schutzgebieten gehören Seegraswiesen, Riffe, Unterwasserschluchten und Kaltwasserkorallen. Schleppnetzfischerei kann diese Lebensräume nach Angaben von Oceana durch Eingriffe am Meeresboden beeinträchtigen.
Die sechs Gebiete gehören zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000. Spanien wies sie 2014 als Schutzgebiete aus. Ihre Bewirtschaftungspläne sind laut Oceana nach Ablauf der gesetzlichen Frist noch immer in Arbeit.
Schutzpläne lassen weiter auf sich warten
Oceana fordert die Regierung auf, mindestens vier der laufenden Pläne vor den Parlamentswahlen am 29. November zu verabschieden. Die Organisation kritisiert zudem, dass das spanische Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung und die Fischereibehörden keine offiziellen Daten zur Überwachung der Schiffe für die Auswertung bereitgestellt hätten. Das erschwere eine unabhängige Prüfung.
Auch das Meeresschutzprojekt Intemares verzögert sich nach Angaben von Oceana: Es sollte 2024 enden, wurde aber zweimal verlängert und läuft nun bis 2027. Oceana-Wissenschaftlerin Helena Álvarez warnt, Spanien müsse bei einem erneuten Verfehlen der Frist die für die Pläne vorgesehenen 14 Millionen Euro zurückzahlen.
Themen: Meer & Küste · Umwelt
Quelle: Europa Press / Mallorca.com