Mallorca: Regierung prüft 60 Sozialwohnanlagen auf Betrug
In 60 Sozialwohnanlagen auf Mallorca will die Balearen-Regierung bis 2027 nach Betrug und Verstößen suchen. Insgesamt nimmt die Kampagne 74 Anlagen mit öffentlich geschützten Wohnungen auf den Balearen ins Visier. Neben Mallorca sind zehn Anlagen auf den Pitiusas und vier auf Menorca betroffen.
In Urlaubsgemeinden sollen die Kontrollen bevorzugt während der Tourismussaison stattfinden. Damit will die Regierung vor allem illegale Ferienvermietung aufdecken.
Verträge, Preise und Bewohner im Fokus
Die Kontrolleure prüfen unter anderem die amtliche Prüfung von Verträgen, Miet- und Verkaufspreise sowie die Voraussetzungen der Begünstigten. Bei einem Verkauf geht es auch darum, ob die vorgeschriebene Mitteilung zu Vorkaufs- und Rückkaufsrechten erfolgt ist.
Zusätzlich plant die Regierung Kontrollen in mindestens zehn bereits registrierten Wohnungen mit Preisbegrenzung. Sie will auch mögliche Verstöße großer Wohnungseigentümer und nicht gezahlte Kosten für Eigentümergemeinschaften überprüfen. Frei finanzierte Wohnungen können ebenfalls kontrolliert werden, wenn Bürger oder Behörden sie zuvor gemeldet haben.
Lagerraum und Ladenlokal als Wohnung
Überbelegung und unzureichende Wohnungen stehen vor allem bei frei finanzierten Objekten im Fokus. Von Überbelegung spricht die Regierung, wenn mehr Menschen in einer Wohnung leben, als die Bewohnbarkeitsbescheinigung zulässt. Unzureichende Wohnungen liegen demnach vor, wenn Räume zu Zimmern umgebaut oder Flächen vermietet werden, die nicht als Schlafzimmer ausgewiesen sind.
Bei bisherigen Kontrollen entdeckte die Regierung solche Wohnungen in Abstellräumen und Gewerbelokalen. In anderen Fällen war ein Wohnzimmer in vier Zimmer aufgeteilt. Besonders häufig seien diese Fälle auf Eivissa auf Ibiza, wo die Bevölkerung stärker gewachsen sei als der Wohnungsbestand.
In den ersten sechs Monaten des Jahres fanden bereits 40 Kontrollen statt – mehr als in den fünf Jahren davor. Seit 2022 prüfte die Regierung insgesamt 120 Wohnungen. Bei schweren oder sehr schweren Verstößen drohen Geldstrafen zwischen 3.000 und 30.000 Euro.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com