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Strompreis im Winter: Bis zu 189 Euro je Megawattstunde

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Der Strompreis könnte im kommenden Winter bis auf 189 Euro je Megawattstunde steigen. Die sevillanische Energieberatung Tempos Energía rechnet damit, falls die Meerenge von Hormus blockiert bleibt, die Temperaturen sinken und Europas Gasreserven schwach bleiben. Nach Einschätzung ihres Geschäftsführers Antonio Aceituno droht damit das teuerste Jahresende seit 2010 – ausgenommen 2021.

Archivo - Una torre de luz, en una imagen del archivo.
Europa Press

In diesem Szenario könnte Gas bis auf 105 Euro je Megawattstunde klettern. Für Strom erwartet Tempos Energía dann Preise zwischen 172 und 189 Euro je Megawattstunde.

Vier Szenarien für den Winterpreis

Fällt der Winter mild und windig aus, könnte Gas nach der Prognose zwischen 73 und 78 Euro je Megawattstunde kosten. Der Strompreis läge dann zwischen 137 und 145 Euro je Megawattstunde. Gutes Wetter allein würde die Rechnung laut Aceituno aber nicht deutlich senken: Es würde vor allem das Preisniveau vom September bis zum Jahresende verlängern.

Öffnet die Meerenge von Hormus wieder, bleibt es aber kalt, erwartet die Beratung Gaspreise von 68 bis 75 Euro und Strompreise von 129 bis 140 Euro je Megawattstunde. Schiffe kämen dann nach dieser Einschätzung nicht rechtzeitig für das letzte Quartal an. Selbst im günstigsten der vier Szenarien sieht Tempos Energía Strom zwischen 101 und 112 Euro je Megawattstunde.

Gasreserven bleiben unter dem Ziel

Europas Gasspeicher werden nach Aceitunos Einschätzung mit höchstens 75 Prozent Füllstand in den Winter gehen. Das wäre deutlich weniger als die 83 Prozent des Vorjahres und auch weniger als das von Brüssel abgesenkte Ziel von 80 Prozent. Selbst bei weiteren Einspeicherungen bis November im Tempo des Septembers würde Europa demnach einen Punkt unter dem Vorjahreswert bleiben.

Als zweiten Preistreiber nennt Aceituno Katar. Anfang November läuft dort eine Klausel aus; eine Verlängerung oder Aufhebung wertet er als Signal für die Lage an der Meerenge. Der Krieg verteuere Gas laut seiner Berechnung um 47,6 Euro und Strom um 77 Euro. Flüssiggas aus Nordamerika habe zwar bereits mehr als die Hälfte der fehlenden Lieferungen aus dem Nahen Osten ersetzt, ein größerer Überschuss komme aber erst nach diesem Winter.

Septemberpreis hat sich in drei Monaten verdoppelt

Im September lag der Strombörsenpreis, der sogenannte Pool, bei 140,94 Euro je Megawattstunde. Das war der höchste Wert seit Oktober 2022 und der drittteuerste September seit 16 Jahren. Seit Juni stieg der Wert laut Tempos Energía um 102,5 Prozent: von 69,59 Euro über 104,75 Euro im Juli und 118,25 Euro im August.

Die Tageszeiten zeigen dabei große Unterschiede. Zwischen 13.00 und 18.00 Uhr kostete Strom im September im Schnitt 36,20 Euro je Megawattstunde. Von 19.00 bis 22.00 Uhr stieg der Preis dagegen auf 217,77 Euro – dann dominiert nach Angaben der Beratung Gas die Stromerzeugung.

Themen: Politik · Wirtschaft

Quelle: Europa Press / Mallorca.com