Über 2.000 Tauben: Kritik an Schießevent in Felanitx
Mehr als 2.000 Haustauben sollen am Sonntag auf dem Gut Son Ximena in Felanitx auf Mallorca für eine Tauben-Schießveranstaltung freigelassen werden. Rund 200 Schützen werden erwartet. MÉS per Mallorca kritisiert, dass Inselrat-Vizepräsident Pedro Bestard gleichzeitig Maßnahmen gegen zu viele Tauben auf Mallorca vorantreibt und sich gegen die geplante Freilassung nicht stellt.
Die Veranstaltung ist laut MÉS die erste ihrer Art, seit PP und Vox die Regeln geändert haben. Seit 2018 war diese Praxis verboten. Organisiert wird das Schießevent vom Balearischen Jagdverband.
Notstand wegen zu vieler Tauben
Im August erklärte der Inselrat zum dritten Mal in Folge einen befristeten jagdlichen Notstand für Tauben und Ringeltauben. Dafür wurden zusätzliche Jagdtage erlaubt. Bestard begründete dies damals mit der hohen Dichte der Tiere und Schäden auf Feldern sowie in Siedlungen.
MÉS sieht darin einen Widerspruch: Wer Landwirten eine Überpopulation als Grund für außerordentliche Maßnahmen nenne, könne bei der Freilassung von mehr als 2.000 Tieren nicht wegsehen, erklärte die Inselrätin Catalina Inés Perelló.
MÉS fordert Antworten vom Inselrat
Für die Tauben-Schießveranstaltung ist nach Darstellung der Partei keine Genehmigung des Inselrats nötig, weil sie rechtlich nicht als Jagdart gilt. Das entbinde das Umweltressort aber nicht von einer politischen Erklärung zu möglichen Folgen der Aktion.
Zusätzlich verlangt MÉS Aufklärung über das Logo des Ressorts für Umwelt, ländlichen Raum und Sport, das in der Werbung für die Veranstaltung auftaucht. Bestard soll erklären, ob sein Departement mitwirkt und was mit Tauben geschehen könnte, die nicht getroffen werden und frei bleiben.
Themen: Landwirtschaft · Politik · Felanitx
Quelle: Europa Press / Mallorca.com