Balearen: Bis zu 1.000 Euro Sprit für einen Fangtag
Manche Fischerboote auf den Balearen bleiben mitten in der Fangsaison im Hafen. Der teure Treibstoff macht das Auslaufen an manchen Tagen unrentabel, sagt José Antonio Castelló von der Fischervereinigung Cofraria de Pescadors de Baleares. Am Donnerstag, 15. Oktober, berieten die Regionalregierung und Vertreter der Landwirtschaft und Fischerei über weitere Hilfen.
Fischer lassen Boote im Hafen
Nach Castellós Angaben hat sich der Preis für Schiffsdiesel verdoppelt. Eine Tankfüllung für einen Fangtag könne ein Boot zwischen 800 und 1.000 Euro kosten. Manche Fischer begrenzten deshalb die Zahl ihrer Ausfahrten. Die Fischervereinigung fordert, die Treibstoffhilfen über das Jahresende hinaus zu verlängern und ihr die Hafengebühren zu erlassen.
Auch Mallorcas Bauern zahlen mehr
Die Bauern spüren den Preisdruck ebenfalls. Sebastià Ordines von Unió de Pagesos de Mallorca sagt, Treibstoff koste 60 Prozent mehr als vor einigen Monaten. Manche Agrarbetriebe hätten seit Beginn des Krieges in Iran und im Nahen Osten Verluste von rund 50 Prozent erlitten. Vor allem beim Getreideanbau fällt der höhere Dieselpreis ins Gewicht, weil größere Flächen bewirtschaftet werden, erklärt Xisco Salvà vom Bauernverband Asaja Baleares.
Weitere Hilfen sind im Gespräch
Die Regionalregierung hat den Verbänden in Aussicht gestellt, die bisherigen Hilfen zu verlängern und auszuweiten. Sie will einen Plan mit mehreren Maßnahmen gegen die gestiegenen Kosten entwerfen. Welche Hilfen dazukommen, steht noch nicht fest.
Ordines fordert außerdem Kontrollen auf Mallorca: Hotels müssen nach dem Tourismusgesetz mindestens 3 Prozent lokale Produkte einkaufen. Er bezweifelt, dass sie diese Vorgabe einhalten. Der Inselrat von Mallorca habe seinem Verband bislang keine Daten dazu geliefert, wie viel die Hotels tatsächlich vor Ort kaufen.
Themen: Landwirtschaft · Wirtschaft
Quelle: Europa Press / Mallorca.com