Mallorca-Forscher finden Titan-Bindung in Proteinen
Titan zieht in Proteinen bestimmte Aminosäuren an. Diese Art der Wechselwirkung haben Forschende erstmals in biologischen Systemen beschrieben. An der am 2. November 2026 gemeldeten Studie waren Eloá Abreu und Antonio Bauzá von der Universität der Balearen auf Mallorca beteiligt. Der Fund könnte helfen, Medikamente und medizinische Materialien gezielter zu entwickeln.
Wie Titan in Proteinen wirkt
Die Forschenden nennen die Wechselwirkung Titan-Bindung, auf Englisch „titan bond“. Dabei ziehen Titan-Ionen elektronenreiche Atome in Aminosäuren wie Tyrosin, Serin, Asparaginsäure und Cystein an. Möglich machen das elektronarme Bereiche des Metalls, sogenannte Sigma-Löcher. Bisher war diese Art der Wechselwirkung vor allem aus einfachen Verbindungen bekannt, nicht aus Proteinen.
Die Titan-Bindung zählt zu den nichtkovalenten Wechselwirkungen. Diese Kräfte sind schwächer als herkömmliche chemische Bindungen, spielen aber etwa bei der Faltung von Proteinen und der Wirkung von Medikamenten eine Rolle.
Was der Fund für die Medizin bedeuten könnte
Das Team untersuchte Strukturen titanhaltiger Proteine aus der Datenbank MetalPDB und nutzte quantenchemische Berechnungen. Es fand Kontakte zwischen Titan und verschiedenen Aminosäuren; Computersimulationen halfen, deren Art und Stabilität zu bewerten.
Laut Studie können solche Kontakte Proteine stabilisieren und beeinflussen, wie Titan in biologischen Umgebungen erkannt wird. Das ist für die Forschung interessant: Titanverbindungen werden als mögliche Mittel gegen Krebs untersucht. Das Metall kommt zudem in Implantaten, Prothesen und biomedizinischen Nanomaterialien zum Einsatz. Die Fachzeitschrift „The Journal of Physical Chemistry Letters“ hat die Arbeit veröffentlicht und als Titelthema ausgewählt.
Themen: Gesundheit
Quelle: Europa Press / Mallorca.com