Mallorcas Mittelstand rügt späte Tourismus-Bremse
Eine Begrenzung der Einfahrt von Fahrzeugen nach Mallorca kommt kleinen Autovermietern entgegen. Doch der Mittelstandsverband Pimem kritisiert am 20. Oktober in Palma, dass die Tourismus-Bremse zu spät komme. Nach einer Rede von Regierungschefin Marga Prohens hält der Verband die Maßnahmen gegen den Massentourismus und für eine breitere Wirtschaft für unzureichend.
Streit um das Tempo beim Tourismus
Pimem verweist auf die Erfahrungen von Eivissa und Formentera mit einer Begrenzung der Fahrzeugeinfahrt. Auf Mallorca sei zu viel Zeit verloren gegangen. Auch der Runde Tisch für Nachhaltigkeit habe aus Sicht des Verbands nicht die erhofften Ergebnisse gebracht. Es fehlten Debatten und Einigkeit darüber, wie sich die Probleme des Massentourismus angehen ließen.
Lob für Selbstständige, Kritik bei Löhnen und Wohnen
Die Unterstützung für Selbstständige begrüßt Pimem. Bei Angestellten vermisst der Verband dagegen Schritte zur Stärkung der Kaufkraft angesichts der Inflation. Er fordert Steuersenkungen sowohl beim staatlichen als auch beim balearischen Anteil der Einkommensteuer.
Die geplante Förderung der Berufsausbildung und den angekündigten Plan zur Wiederbelebung der Industrie bewertet Pimem positiv. Bei der Industrie hätten die Maßnahmen nach Ansicht des Verbands allerdings früher diskutiert und vorangetrieben werden müssen. Auch die Wohnungspolitik hält Pimem für zentral: Unternehmen könnten wegen fehlenden Wohnraums Beschäftigte von außerhalb schwer gewinnen oder Mitarbeiter halten.
Beim Tourismus verweist der Verband noch auf eine weitere Lücke. Die Vorschrift, nach der touristische Betriebe drei Prozent lokale Produkte verwenden müssen, werde nicht durchgesetzt. Zugleich sei der Verbrauch von Produkten der Balearen um 50 Prozent gesunken.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com