Mallorcas Umweltschützer fordern Tourismus-Kurswechsel
Steigender Wasserverbrauch, mehr Abfall und Druck auf dem Wohnungsmarkt: GOB und Terraferida fordern in Palma am Dienstag einen grundlegenden Kurswechsel im Tourismus. Nach einem Treffen mit Regierungspräsidentin Marga Prohens werfen die Umweltorganisationen dem Govern vor, nur die „kleinen Wunden“ des Tourismus behandeln zu wollen.
Die Vertreter beider Seiten blieben bei dem Treffen offenbar weit auseinander. GOB-Präsident Joan Moranta, GOB-Vizepräsidentin Tonina Siquier und Terraferida-Vertreterin Maria Orts verlangten nach eigenen Angaben ökologische Grenzen statt weiterer Wachstumsdebatten.
Kritik an Wasserverbrauch, Abfall und Wohnungsmarkt
Terraferida verweist auf einen steigenden Index für den menschlichen Druck auf den Balearen. Auch der Wasserverbrauch nehme zu, während sich die Grundwasserreserven verschlechterten. Zudem wachse die Abfallmenge weiter, so die Organisation.
Moranta kritisierte, dass die Regierung über die Belastbarkeit des Territoriums sprechen wolle. Aus Sicht des GOB lässt sich dieser Wert jedoch leicht verändern: Fehle Wasser, könnten mehr Entsalzungsanlagen gebaut werden; fehle Energie, könnten neue Stromverbindungen zur Halbinsel entstehen.
Die Organisationen schlugen vor, die Balearen als angespannten Wohnungsmarkt auszuweisen. Das Govern lehnte dies nach Angaben des GOB ab. Siquier sagte zudem, viele Menschen auf Mallorca seien müde von Studien, Plänen und Gesprächsrunden. Junge Menschen könnten sich kaum noch eine Wohnung und eine Zukunft auf der Insel leisten.
Prohens verweist auf Maßnahmen des Govern
Das Govern erklärte, Prohens habe Verständnis für den sozialen Unmut über die Folgen des touristischen Wachstums der vergangenen zwei Jahrzehnte gezeigt. Zugleich verwies sie auf Maßnahmen zur Begrenzung des Tourismus.
Dazu zählen laut Regierung die Begrenzung touristischer Plätze, das Verbot neuer Ferienwohnungen, der Kampf gegen illegale Angebote und eine niedrigere Obergrenze für Kreuzfahrtgäste. Außerdem laufen Gesetzesvorhaben, die Einfahrt von Fahrzeugen und Mietwagen auf Mallorca, Menorca und Ibiza zu begrenzen.
Prohens will beim Ziel der touristischen Begrenzung weiter vorankommen und lud GOB und Terraferida zurück an den Pakt für soziale, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit der Balearen ein. Die Organisationen lehnten eine Rückkehr ab: Aus ihrer Sicht seien die ökologischen Grenzen bereits überschritten.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com