Balearen: Bauzá warnt vor Tourismus-Rückgang
Ein Tourismus-Rückgang bringt Unternehmen und Beschäftigten auf den Balearen Leid, sagt Tourismusminister Jaume Bauzá. Im Parlament in Palma bekräftigte er am Dienstag die Haltung der Regierung gegen eine Verringerung des Tourismus. Der Abgeordnete Josep Castells von Més per Menorca hält dagegen: Die touristische Überlastung sei das größte Problem der Inseln.
Bauzá räumte ein, dass mehr Touristen auf die Balearen kommen. Er begründete das mit kürzeren Aufenthalten: Dadurch steige die Zahl der Menschen, die die Inseln besuchen. Eine Verringerung der touristischen Plätze will die Regierung nach seinen Worten auch wegen möglicher finanzieller Verpflichtungen nicht angehen.
Regierung verweist auf frühere Entscheidungen
Der Minister machte frühere Legislaturperioden für einen Zuwachs von 115.000 touristischen Plätzen verantwortlich. Eine Moratorium hätte nach seiner Ansicht zu Beginn der vergangenen Mandate kommen müssen, nicht erst am Ende.
Zugleich verwies Bauzá auf das in dieser Legislatur beschlossene Dekret zur Eindämmung des Tourismus. Die Regierung setze außerdem die Steuer für nachhaltigen Tourismus, kurz ITS, im Kampf gegen illegale Angebote ein.
Castells fordert weniger Plätze
Castells kritisierte, dass aus einem Pool rund 900 touristische Plätze auf Menorca auf den Balearen wieder aktiviert würden. Bauzá entgegnete, diese Plätze seien zurückgeholt worden, weil sie bereits vergeben gewesen seien.
Der Abgeordnete bemängelte außerdem, dass der Plan für touristische Interventionsgebiete nicht überarbeitet worden sei, um die Obergrenze der Plätze zu senken. Auch die Förderung neuer Flugverbindungen und die seiner Ansicht nach erfolglose Tourismusinspektion prangerte er an.
Castells verwies auf die Proteste der Zivilgesellschaft im Sommer gegen die touristische Überlastung auf allen Inseln. Nach seiner Darstellung sind Straßen und Dienstleistungen unter Druck, Wasser werde knapp und Wohnraum fehle. Der von Ökonomen erstellte Bericht „Fènix“ warne zudem vor Kaufkraftverlust, niedrigen Löhnen und zu geringen Steuereinnahmen für die benötigten öffentlichen Dienstleistungen.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com