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Tourismus: Wirte fordern weniger Rekorde, mehr Qualität

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Im spanischen Tourismus sollen Besucherrekorde nicht länger allein über den Erfolg entscheiden. Zum Welttourismustag fordert der Branchenverband Hostelería de España in Madrid einen Kurswechsel hin zu mehr Wert, Rentabilität und positiven Auswirkungen für die lokale Bevölkerung.

Archivo - Turistas pasean por el centro de la ciudad, a 26 de marzo de 2026, en Alicante, Comunidad Valenciana (España).
Europa Press

Nach einem Sommer, in dem Spanien nach Einschätzung des Verbands die historischen Zahlen von 2025 übertreffen dürfte, warnt Präsident José Luis Álvarez Almeida vor der "Besessenheit von Zahlen". 2025 kamen mehr als 96,8 Millionen internationale Touristen nach Spanien. Entscheidend sei nicht nur, wie viele Menschen kommen, sondern auch, was sie ausgeben, wie sie mit Einheimischen zusammenleben und ob sie das Leben der Bürger verbessern.

Ausgaben wachsen stärker als Ankünfte

Bis Juli stiegen die Ausgaben internationaler Besucher um 7,8 Prozent. Die Zahl der Reisenden legte im selben Zeitraum dagegen um 4,6 Prozent zu. Der Verband wertet das als Signal für ein Tourismusmodell, das stärker auf Qualität statt auf reine Besucherzahlen setzt.

Der Tourismus müsse nach Ansicht der Gastgeberbranche außerdem Investitionen in öffentliche Dienstleistungen, Infrastruktur und Zugänge ermöglichen. Von Besuchern fordert sie Respekt vor Kultur, Zeiten und lokalen Gewohnheiten, damit die Authentizität der Reiseziele erhalten bleibt.

Gewinne sollen bei Bewohnern ankommen

Hostelería de España vertritt mehr als 300.000 Unternehmen, die nach eigenen Angaben Beschäftigung, soziales Leben und lokale Produkte im ganzen Land tragen. Die öffentlichen Verwaltungen sollen die touristische Wertschöpfungskette und die Branchenverbände stärker in die Gestaltung der Tourismuspolitik einbeziehen.

Der Verband fordert zudem Nachhaltigkeit in wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Dimension. Dazu zählen die Rentabilität der Betriebe, ein effizienter Umgang mit Ressourcen und eine gerechte Verteilung der Tourismusgewinne unter den Bewohnern.

Themen: Tourismus · Politik · Wirtschaft

Quelle: Europa Press / Mallorca.com