Maó ohne Trinkwasser: PP schätzt Kosten auf sechs Millionen Euro
In Maó auf Menorca kaufen Familien, Geschäfte und Restaurants nach Darstellung der oppositionellen Volkspartei PP seit zwei Jahren Wasser zum Trinken in Kanistern. Am 28. September 2026 wirft die Partei Bürgermeister Héctor Pons vor, die Trinkwasserkrise nicht gelöst zu haben. Laut PP speist keine der beiden Wasseraufbereitungsanlagen, sogenannter Desnitrifizierungsanlagen, Trinkwasser ins Netz.
Zwei Anlagen, kein verlässlicher Termin
PP-Sprecherin Virginia Victori kritisiert, der Bürgermeister habe mehrfach Termine für die Reparatur der Anlage in Malbúger und die Inbetriebnahme der neuen Anlage in Sant Climent genannt. Die Anlage in Malbúger sollte demnach bis Ende 2025 repariert sein. Später hätten die Regierungsparteien PSOE und Ara Maó vereinbart, beide Anlagen im ersten Abschnitt des Jahres 2026 in Betrieb zu nehmen. Auch die danach genannte Frist nach dem Sommer sei verstrichen, sagt Victori.
Die PP verlange nun keine weitere Ankündigung, sondern eine Erklärung zum Stand beider Anlagen: Was funktioniert nicht, und wann können sie tatsächlich Wasser liefern? Victori räumt ein, dass Menorcas Wasserprobleme und die Lage der Grundwasservorkommen komplex seien. Das entschuldige aus ihrer Sicht aber nicht die wiederholten Ankündigungen ohne Ergebnis.
Streit um Tankwagen und Kosten
Victori fordert außerdem Auskunft über die Tankwagen, die im Sommer Wasser nach Maó brachten. Ihrer Partei fehle noch der Bericht für August. Auch aus welchen Brunnen das Wasser stammte, sei ihr nicht bekannt.
PP-Stadtrat Alfonso Toral macht die Stadtverwaltung für die Trinkwasserversorgung verantwortlich und wirft dem Bürgermeister vor, die Schuld auf andere abzuwälzen. Die Ausgaben für gekauftes Wasser könnten sich in den vergangenen zwei Jahren nach einer Schätzung des PP auf rund sechs Millionen Euro summieren. Die Partei habe deshalb eine Halbierung des Wassertarifs gefordert; der Bürgermeister habe dies abgelehnt, sagt Toral.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com