Mallorcas Trockenmauerbauer: 600 Stunden reichen nicht
600 Stunden Ausbildung – und aus Sicht der Handwerker zu wenig Zeit zum Üben: Auf Mallorca stößt der Lehrplan für ein neues Berufszertifikat im Trockenmauerbau auf Widerstand. Der Berufsverband Gremi de Margers lehnte den Plan am 19. Oktober ab und forderte mehr praktischen Unterricht. Seine Kritik schickte er in einem Schreiben an Bildungsminister Antoni Vera.
Zu wenig Praxis aus Sicht der Handwerker
Der Verband vertritt die „margers“, die Trockenmauerbauer. Zunächst sollte nach seinen Angaben ein Architekt unterrichten, ohne dass ein Handwerker aus dem Beruf beteiligt war. Das IES Politècnic stellte später einen Trockenmauerbauer ein. Dessen praktische Unterrichtszeit soll laut Verband jedoch nur etwa halb so lang sein wie die theoretische.
Theorie sei notwendig, könne die Erfahrung und die direkte Weitergabe des Handwerks aber nicht ersetzen, argumentiert der Verband. Auch die vorgesehenen 600 Stunden hält er für zu wenig. Sie könnten allenfalls eine erste Ausbildungsphase bilden.
Sorge um den Nachwuchs
Der Gremi de Margers sieht nicht nur die Erwartungen der angemeldeten Schüler in Gefahr. Er befürchtet auch Folgen für den Nachwuchs im Beruf und damit für die Erhaltung des baulichen und landschaftlichen Erbes Mallorcas.
Der Verband verlangt eine dringende Überprüfung des Lehrplans, der Auswahl der Lehrkräfte und der Verteilung der Unterrichtsstunden. Zudem bittet er um ein Treffen mit der Generaldirektion für Berufsbildung und bietet seine Mitarbeit an.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com