Palma: 14-Jährige wirft Mann sexuellen Übergriff vor
In den Toiletten eines großen Geschäfts in Palma soll ein Mann im Oktober 2021 eine damals 14-Jährige sexuell angegriffen haben. Die junge Frau schilderte den Vorwurf am Freitag, 30. Oktober, vor dem Provinzgericht. Der Angeklagte räumt sexuelle Handlungen ein, bestreitet aber, sie dazu gezwungen zu haben.
Gegensätzliche Aussagen vor Gericht
Die beiden hatten sich über soziale Netzwerke kennengelernt und an der Plaza de España in Palma verabredet. Nach Aussage der jungen Frau wollte sie zunächst keinen Sex. Der Mann habe sie dann in die Toiletten eines Geschäfts in der Nähe gedrängt und zu sexuellen Handlungen gezwungen. Sein Anwalt hielt ihr entgegen, dass sie zuvor weder bei der Polizei noch vor Gericht von Zwang gesprochen habe.
Der Angeklagte war damals etwa 25 Jahre alt. Er sagte, er habe gewusst, dass das Mädchen 14 war. Die Handlungen seien jedoch einvernehmlich gewesen. Er zeigte sich reuig.
Anklage fordert fünf statt zehn Jahre Haft
Die Staatsanwaltschaft hält am Vorwurf eines sexuellen Übergriffs fest, senkte ihre Haftforderung aber von zehn auf fünf Jahre. Sie berücksichtigt dabei eine psychische Beeinträchtigung des Angeklagten sowie die Zahlung der geforderten 10.000 Euro als Wiedergutmachung. Zwei Ärzte bestätigten vor Gericht eine ADHS-Diagnose und chronischen Drogenkonsum; beides habe seine Fähigkeiten beeinträchtigt.
Die Verteidigung fordert im Fall einer Verurteilung eine Strafe von einem Jahr und sechs Monaten. Sie verweist unter anderem darauf, dass der Mann die Handlungen eingeräumt habe. Die Staatsanwaltschaft lehnt dies als weiteren Milderungsgrund ab. Die Verhandlung ist abgeschlossen, ein Urteil steht noch aus.
Themen: Gerichtsprozesse · Palma
Quelle: Europa Press / Mallorca.com