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Vapes für Minderjährige: Ärzte fordern echte Online-Kontrollen

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Ein Verbot allein hält Minderjährige nach Ansicht von Fachärzten nicht vom Kauf von Vapes über das Internet ab. Die Spanische Gesellschaft für Familien- und Gemeinschaftsmedizin fordert deshalb in Madrid echte Kontrollen und dauerhafte Prävention. Anlass ist der Entwurf für ein Tabakgesetz, das den Zugang Minderjähriger zu Vape-Produkten regeln soll.

Vapes, auch elektronische Zigaretten genannt, könnten Jugendliche zudem über Dritte erreichen, warnt die Gesellschaft. José Manuel Iglesias und María Iglesias, Koordinatoren der Semana Sin Humo, verlangen auch Maßnahmen gegen Werbung – besonders in sozialen Netzwerken.

Werbung und Aromen senken die Risikowahrnehmung

Viele Jugendliche sähen das Dampfen nicht als Rauchen an, erklären die Fachleute. Die Geräte ähnelten keiner Zigarette, riechten anders und hätten oft angenehme Aromen. Auch sozialer Druck und das digitale Umfeld trügen dazu bei, dass Jugendliche das Risiko geringer einschätzen.

Die Gesellschaft fordert deshalb mehr als einen jährlichen Vortrag an Schulen. Jugendliche müssten erfahren, was Vapes enthalten, wie sie abhängig machen können und wie Werbung sowie soziale Netzwerke funktionieren. Der Markt verändere sich schnell, ständig kämen neue Geräte und Konsumformen hinzu.

Nikotin kann abhängig machen

Die Fachleute betonen, dass Vapes nicht harmlos seien und häufig den Einstieg in den Tabakkonsum bedeuteten. Nach ihrer Darstellung beginnen 80 Prozent der Tabaknutzenden vor dem 20. Lebensjahr. Tabak sei die wichtigste Ursache für Lungenkrebs, der Krebsart mit der höchsten Sterblichkeit.

Nikotin könne bei Jugendlichen die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen, besonders Aufmerksamkeit, Lernen und Impulskontrolle. Laut der jüngsten ESTUDES-Umfrage haben 49,5 Prozent der 14- bis 18-Jährigen mindestens einmal elektronische Zigaretten genutzt. Im vergangenen Monat waren es 27,1 Prozent. Bei herkömmlichen Zigaretten lagen die Werte bei 27,3 beziehungsweise 15,5 Prozent.

Themen: Soziales · Gesundheit

Quelle: Europa Press / Mallorca.com