Vivanta schließt: Behandlungen auf den Balearen in Gefahr
Nach der Schließung des Vivanta-Netzes können laufende Zahnbehandlungen auf den Balearen unterbrochen werden. Patienten brauchen dann Zugang zu ihren Krankenakten, Röntgenbildern und Informationen über bereits erledigte oder noch offene Behandlungen. Die Offizielle Zahnärztekammer der Balearen (CODB) fordert deshalb am 18. September mehr Garantien für die weitere Versorgung.
Eine Zahnbehandlung sei oft ein Prozess über Monate oder sogar Jahre, teilte die Kammer mit. Bricht diese Betreuung unerwartet ab, könne das nicht nur finanzielle Folgen haben. Betroffen seien auch die Sicherheit und die Ruhe der Patienten.
Akten und laufende Behandlungen schützen
Besonders deutlich werde das Problem bei langen Behandlungen, die Patienten ganz oder teilweise im Voraus bezahlt haben. Wird ein Anbieter zahlungsunfähig oder schließt überraschend, könnten die Folgen einer Unternehmenskrise bei den Patienten landen, obwohl sie darauf keinen Einfluss hätten.
Die CODB verlangt daher Mechanismen, die vorausgezahlte Beträge absichern und die Fortsetzung der Behandlung ermöglichen, falls ein Anbieter seine zugesagten Leistungen nicht mehr abschließen kann. Patienten sollten bei langen, komplexen oder finanzierten Behandlungen ihre klinischen und wirtschaftlichen Unterlagen aufbewahren.
Dazu zählen laut Kammer der Behandlungsplan, der Kostenvoranschlag, Rechnungen und Zahlungsbelege. Auch Finanzierungsverträge, Einwilligungen, Berichte, Röntgenbilder und andere diagnostische Untersuchungen können wichtig sein.
Klinische Verantwortung bleibt bei den Zahnärzten
Die Kammer fordert zugleich Schutz für die Zahnärzte selbst. Eine Schließung oder Umstrukturierung könne ihre berufliche und arbeitsbezogene Stabilität treffen und die Beziehung zu Patienten abrupt unterbrechen, deren Behandlung sie begleitet hätten.
Die Verantwortung der Unternehmensstruktur müsse klar von der klinischen Verantwortung der Zahnärzte getrennt werden, betont die CODB. Dass ein Unternehmen seinen Betrieb einstellt, bedeute nicht, dass dort tätige Zahnärzte ihre Patienten verlassen wollten oder die Umstände der Unterbrechung verursacht hätten.
Themen: Gesundheit
Quelle: Europa Press / Mallorca.com