Wale schützen: Mallorca-Gruppe fordert Tempolimit
Schiffe sollen in wichtigen Lebensräumen von Walen und Delfinen langsamer fahren. Das fordern sechs Umweltorganisationen, darunter GOB Mallorca, am 12. Oktober in Palma. Sie haben Einwände gegen eine geplante Änderung der spanischen Schutzverordnung eingereicht und verlangen strengere Regeln für den Schiffsverkehr.
Weniger Tempo in wichtigen Lebensräumen
Das Tempolimit soll nach dem Willen der Organisationen in allen kritischen Lebensräumen gelten, die im spanischen Katalog bedrohter Arten erfasst sind. Als Beispiele nennen sie den Mittelmeer-Wanderkorridor für Wale und Delfine, die Straße von Gibraltar, das Alborán-Meer und die Kanaren. Dort sei die Wahrscheinlichkeit von Zusammenstößen zwischen Schiffen und den Tieren hoch.
Die Gruppen verweisen auf den gewachsenen Verkehr mit Handels-, Passagier- und Freizeitbooten. Zu den Folgen zählen sie Kollisionen, Unterwasserlärm und Verhaltensänderungen bei den Tieren. Ihre Forderung betrifft damit auch Freizeitboote, nicht nur große Schiffe.
Schutzregeln sollen für alle Boote greifen
Die bestehende Verordnung schafft einen mobilen Schutzraum um Wale und Delfine. Er ist in fünf Zonen unterteilt, deren Schutzregeln sich nach dem Abstand zu den Tieren richten. Die Vorschriften gelten laut den Organisationen für in- und ausländische Boote in spanischen Gewässern. Bislang habe sich die Anwendung in der Praxis jedoch fast ausschließlich auf Ausfahrten zur Wal- und Delfinbeobachtung konzentriert.
Bei der geplanten Überarbeitung verlangen die Gruppen deshalb auch bessere Regeln für solche Beobachtungsfahrten, Überwachung in Echtzeit und öffentlich zugängliche Daten. Zugleich warnen sie davor, den bisherigen Geltungsbereich oder den Schutz der Verordnung zu verkleinern. Ob das Ministerium ihre Vorschläge übernimmt, steht in der Mitteilung nicht.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com