Palmas Wasserplan: GOB zweifelt an 180 Litern pro Tag
Palmas künftige Wasserversorgung soll mit 180 Litern pro Einwohner und Tag auskommen – doch die Umweltorganisation GOB bezweifelt, dass der städtische Wasserplan dieses Ziel belegen kann. Am Dienstag, 29. September 2026, fordert sie die Stadt Palma auf Mallorca auf, die Bearbeitung des Plans für nachhaltiges Wassermanagement auszusetzen und ihn zu überarbeiten. In einem Schreiben an das Rathaus rügt sie „schwere technische Mängel“ und eine aus ihrer Sicht fehlende Umweltprüfung.
GOB sieht eine erhebliche Differenz
Für 2040 rechnet der Plan mit einem Wasserbedarf von 37,59 Kubikhektometern im Jahr. Grundlage sind die 180 Liter pro Einwohner und Tag. Die Verbrauchszahlen im Plan selbst liegen für die vergangenen zwölf Jahre jedoch zwischen 226 und 247 Litern. Wie der Verbrauch um mehr als 20 Prozent sinken soll, zeigt das Dokument nach Angaben des GOB nicht. Auf die für 2040 erwartete Bevölkerung von 572.178 Menschen bezogen, sieht die Organisation eine Differenz von rund 9,6 Kubikhektometern im Jahr.
Der GOB vermisst konkrete Maßnahmen, Fristen, Kosten und Angaben dazu, wie viel Wasser sich jeweils einsparen ließe. Bei Wasserzählern mit Fernauslesung nennt der Plan laut der Organisation an einer Stelle 15,25 Millionen Euro Investitionskosten, in einer abschließenden Tabelle aber 5,25 Millionen Euro. Auch den zusätzlichen Bedarf durch neue Wohnungen und strategische Wohnprojekte berücksichtige die Rechnung für 2040 nicht nachvollziehbar.
Streit um neue Entsalzungsanlage
Der Plan sieht eine neue städtische Entsalzungsanlage mit einer Kapazität von bis zu 36 Kubikhektometern im Jahr sowie weitere Wasserentnahmen vor, darunter 2,29 Kubikhektometer jährlich in Xorrigo. Nach Auffassung des GOB überschreiten diese Vorhaben die Schwellen, ab denen Projekte eine reguläre Umweltverträglichkeitsprüfung durchlaufen müssen. Deshalb hätte auch der Plan, der den Rahmen für die Projekte setzt, vor seiner Genehmigung eine reguläre strategische Umweltprüfung durchlaufen müssen, argumentiert die Organisation.
Der GOB verlangt, die vorläufige Genehmigung aufzuheben, die Berechnung von Bedarf und verfügbarem Wasser mit belastbaren Daten zu überarbeiten und die Grundlage für das 180-Liter-Ziel offenzulegen. Zudem fordert er die Prüfung von Alternativen und eine vollständige Kopie der Verfahrensakte.
Themen: Palma
Quelle: Europa Press / Mallorca.com