Wasserpolitik Mallorca: MÉS fordert Kurswechsel
MÉS per Mallorca hat am Mittwoch, 19. August 2026, in Palma auf Mallorca einen Kurswechsel in der Wasserpolitik Mallorca gefordert. Die Partei verweist auf sinkende Wasserreserven und ein zunehmendes Dürrerisiko und kritisiert die bisherige Strategie der Regionalregierung der Balearen.
Die Abgeordnete Maria Ramon erklärte, Mallorca sei in der laufenden Legislaturperiode nicht auf eine Dürre vorbereitet. Nach Einschätzung der Partei wird der Spielraum in jedem Sommer geringer, während grundlegende Probleme ungelöst blieben.
Kritik an Angebot und wachsendem Verbrauch
MÉS per Mallorca wirft der Regionalregierung vor, bei ihrer Antwort weiterhin vor allem auf Regen und neue Entsalzungsanlagen zu setzen. Entsalzungsanlagen könnten nötig sein, dürften nach Ansicht der Partei jedoch nicht dazu führen, dass kurzfristige Maßnahmen ausblieben.
Die Partei kritisiert zudem eine Wasserpolitik, die das Angebot dauerhaft ausweiten wolle, ohne den steigenden Bedarf anzugehen. Die tatsächliche Wasserverfügbarkeit solle deshalb vorab ein verbindliches Kriterium für neue städtebauliche und territoriale Entwicklungen werden. MÉS fordert außerdem, die Maßnahmen von Prohens rückgängig zu machen.
Kommunen melden wiederkehrende Probleme
Nach Angaben von MÉS per Mallorca hat die Partei in den vergangenen Wochen die Lage und Forderungen der Kommunen auf Mallorca ausgewertet. Das Ergebnis zeige eine allgemeine Besorgnis sowie wiederkehrende Probleme wie veraltete Leitungsnetze, Schwierigkeiten bei Wasserqualität und Trinkbarkeit, einen höheren Sommerverbrauch, übernutzte Grundwasserleiter und fehlende Infrastruktur.
Die Kommunen verlangten mehr Unterstützung durch übergeordnete Verwaltungen, weil große Vorhaben nicht allein mit kommunalen Mitteln finanziert werden könnten. Miquel Oliver, Bürgermeister von Manacor auf Mallorca und Kandidat für den Inselrat von Mallorca, forderte von der Regionalregierung Ressourcen, Planung und Führung.
Vorschläge für Netze und Verbrauch
MÉS per Mallorca will auf kommunaler Ebene Programme zur Suche und Reparatur von Lecks sowie zur Digitalisierung der Netze voranbringen. Vorgesehen sind auch kommunale Verordnungen gegen übermäßigen Verbrauch und Einschränkungen nicht notwendiger Nutzungen in Dürrezeiten.
Zudem schlägt die Partei progressive Tarife vor, die den Grundverbrauch schützen und übermäßigen Verbrauch stärker belasten. Regenwasser, aufbereitetes und wiederverwendetes Wasser sollen dort eingesetzt werden, wo Trinkwasser nicht erforderlich ist. Die Vorschläge sollen in den Kommunen vorgestellt werden, in denen MÉS per Mallorca regiert oder in der Opposition sitzt.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com