Spanien: Wohn-Dekrete zurück – Immobilienverband warnt
Zwei Wohn-Dekrete sind in Spanien zurück auf dem Tisch, obwohl der Kongress sie erst am Freitag abgelehnt hat. Der Ministerrat in Madrid beschloss die beiden Verordnungen am Dienstag, 6. Oktober, mit Änderungen erneut. Der Immobilienverband Federación de Asociaciones de Empresas Inmobiliarias (Fadei) kritisiert den Schritt und fordert verlässliche Regeln für den Wohnungsmarkt.
Verband warnt vor Unsicherheit
Die schnelle Rückkehr der Dekrete vertiefe das Misstrauen, erklärt Fadei. Verbandspräsident Miguel Ángel Gómez Huecas sagt, wechselnde Regeln erschwerten Entscheidungen von Eigentümern, Mietern, Käufern und Unternehmen. Die Unsicherheit könne sich auch auf die Zahl verfügbarer Wohnungen auswirken.
Fadei warnt zudem: Neue Pflichten und Beschränkungen könnten den angespannten Markt weiter belasten, wenn zugleich nicht mehr Wohnraum entsteht. Der Verband hält es für möglich, dass Eigentümer Wohnungen vom Markt nehmen und die Anforderungen an Mietinteressenten steigen. Besonders treffen könnte das nach seiner Einschätzung junge Menschen, Familien mit mittleren und niedrigen Einkommen sowie Menschen, die für die Arbeit umziehen.
Mehr Wohnungen statt neuer Eilmaßnahmen
Fadei fordert, den Bau von Wohnungen zu beschleunigen, verfügbares Bauland zu nutzen und Verwaltungsverfahren zu verkürzen. Anreize sollen außerdem leer stehende Wohnungen auf den Markt bringen.
Der Verband kritisiert auch, dass die Regierung eine weitreichende Reform erneut per Eilverordnung voranbringt. Er fordert Gespräche mit Parlament, Regionen, Kommunen und gesellschaftlichen Gruppen. Ohne mehr verfügbare Wohnungen, so Fadei, würden Eingriffe bei Preisen und Verträgen vor allem den Mangel verteilen.
Themen: Politik · Wirtschaft
Quelle: Europa Press / Mallorca.com