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Balearen fehlen 17.000 Wohnungen für mehr Menschen

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Auf den Balearen fehlen geschätzt 17.000 Wohnungen, gemessen am Bevölkerungswachstum der vergangenen 25 Jahre. Das Wohnungsministerium stellte die Zahl am 17. September in Palma mit dem neuen Wohnungsobservatorium der Balearen vor. Die Bevölkerung wuchs zwischen 2000 und 2025 um 46,3 Prozent, die Zahl der Wohnungen aber nur um 31,5 Prozent.

Archivo - Imagen de recurso de unas viviendas en construcción en Mallorca
Europa Press

Die geschätzte Lücke liegt damit bei 14,7 Prozent. Auf Mallorca beträgt sie laut Observatorium 11,4 Prozent. Deutlich höher fällt sie auf Formentera mit 54,3 Prozent und auf Eivissa mit 43,2 Prozent aus. Generaldirektor José Francisco Reynés betonte allerdings, dass dieser Wert nicht zwingend der tatsächlichen Nachfrage entsprechen müsse.

Inserate liegen weit über realen Kaufpreisen

Wohnungsplattformen nannten 2025 im Schnitt 5.224 Euro pro Quadratmeter für Angebote auf den Balearen. Die Registerführer kamen dagegen auf 3.988 Euro, das Observatorium auf 3.782 Euro pro Quadratmeter. Nach Angaben des Ministeriums liegen die Angebotspreise damit 38 Prozent über den realen Kaufpreisen.

Besonders groß ist die Differenz in Formentera mit 49,3 Prozent und in Palma mit 42,4 Prozent. In Maó beträgt sie 35,5 Prozent, in Eivissa und Ciutadella jeweils mehr als 31 Prozent. Reynés mahnte, Angebotspreise aus Immobilienportalen nicht mit tatsächlichen Verkaufspreisen zu verwechseln.

Ausländische Käufer zahlen deutlich mehr

Inländische Käufer geben im Schnitt rund 304.000 Euro für eine Wohnung oder ein Haus aus. Käufer aus dem Ausland zahlen durchschnittlich fast 548.000 Euro und damit 80 Prozent mehr. Seit 2023 stiegen die Käufe von Inländern um fast 31 Prozent, jene ausländischer Käufer um 34,2 Prozent.

In Küstengemeinden dominieren ausländische Käufer, in Orten im Inselinneren überwiegend inländische. Mallorca verfügte 2025 über fast 480.000 Wohnungen. Auf den gesamten Balearen waren es knapp 619.000, davon 66 Prozent Mehrfamilienwohnungen.

Viele Gebäude gelten als überaltert

56,5 Prozent der Wohngebäude auf den Balearen entstanden vor der ersten Energievorschrift. Von 175.677 Energieausweisen dieser Gebäude tragen 83,4 Prozent die Klassen E, F oder G. Reynés fordert deshalb, Programme zur energetischen Sanierung mit Next-Generation-Mitteln in den kommenden Jahren fortzuführen.

Auch touristisch genutzte Wohnungen bleiben ein Thema: Zwischen 2015 und 2022 stieg ihre Zahl um 132 Prozent auf fast 26.500. In den vergangenen drei Jahren verschwanden 349 davon. Dennoch machen Ferienwohnungen weiter 4,2 Prozent des gesamten Wohnungsbestands der Inseln aus.

Themen: Wohnen & Immobilien · Tourismus · Politik · Palma

Quelle: Europa Press / Mallorca.com