Spanien: Immobilienportale fürchten weniger Mietwohnungen
Wer in Spanien eine Mietwohnung sucht, könnte nach Ansicht von Immobilienportalen künftig noch weniger Angebote finden. Anlass sind zwei Wohnungsdekrete, die die spanische Regierung am Dienstag, dem 29. September 2026, beschlossen hat. Die Portale Idealista und pisos.com warnen, dass die Maßnahmen den Mangel an verfügbaren Wohnungen nicht beheben.
Streit um das Angebot
Idealista-Sprecher Francisco Iñareta kritisiert vor allem Eingriffe in bestehende Mietverträge. Längere Vertragslaufzeiten und begrenzte Mieterhöhungen brächten keine zusätzliche Wohnung auf den Markt, sagt er. Ohne Maßnahmen für ein größeres Mietangebot werde sich die Krise aus seiner Sicht verschärfen.
Ferran Font, Sprecher von pisos.com, sieht ebenfalls einen strukturellen Mangel: Die Nachfrage bleibe hoch, während das Angebot nicht im gleichen Tempo wachse. Er hält Schutz für gefährdete Haushalte für nötig. Zugleich müssten Vermieter, besonders private Kleinvermieter, auf verlässliche Regeln zählen können, damit Wohnungen auf dem Mietmarkt bleiben.
Verbraucherverband lobt Teile der Pläne
Anders bewertet der Verbraucherverband Asufin einige Vorschläge der Regierung. Er begrüßt die geplante Verlängerung der Aussetzung von Zwangsräumungen bis Ende 2030 und hält die jährliche automatische Verlängerung von Mietverträgen für sinnvoll. Auch die Regulierung der Zimmervermietung findet Zustimmung.
Das geplante Verbot spekulativer Wohnungskäufe durch Investmentfonds bis 2028 geht Asufin dagegen nicht weit genug. Eine endgültige Bewertung behält sich der Verband vor: Die Einzelheiten der Maßnahmen seien noch nicht bekannt.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com