Fijo Discontinuo auf Mallorca: Saisonvertrag, Llamamiento und die ERTE-Falle
Wenn du auf Mallorca im Tourismus arbeitest oder Personal einstellst, wirst du früher oder später über den fijo discontinuo stolpern – den spanischen Saisonvertrag, der viele deutsche Arbeitnehmer und Arbeitgeber verwirrt, weil er weder ein befristeter Vertrag noch eine Kurzarbeit ist. Er ist etwas Drittes: ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, das planmäßig zwischen Aktivität und Inaktivität wechselt. Genau diese Konstruktion führt zu Missverständnissen – vor allem zur Annahme, die Winterpause eines Hotelmitarbeiters sei ein ERTE. Das ist sie nicht. In diesem Ratgeber lernst du, wie der Vertrag rechtlich funktioniert, wie der Abruf (llamamiento) zur neuen Saison abläuft, welche Rechte während der Inaktivitätsphase bestehen und warum die Unterscheidung zu Art. 47 ET nicht nur akademisch ist, sondern über Ansprüche, Fristen und Klagerechte entscheidet.

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Was ein fijo discontinuo wirklich ist
Der Begriff klingt nach Widerspruch – "fest" (fijo) und "diskontinuierlich" (discontinuo) gleichzeitig. Genau das ist aber der Kern: Nach Art. 16 des Estatuto de los Trabajadores handelt es sich ausdrücklich um einen contrato por tiempo indefinido, also einen unbefristeten Vertrag. Er wird geschlossen für Arbeiten saisonaler Natur oder für Tätigkeiten, die zwar nicht saisonal sind, aber intermittierend – das heißt mit wiederkehrenden Unterbrechungen – erbracht werden, mit gewissen, bestimmten oder unbestimmten Ausführungszeiträumen.
Für dich als deutschen Leser ist der wichtigste Satz dieses Artikels vermutlich dieser: Ein fijo discontinuo ist kein Zeitvertrag mit Verfallsdatum. Das Arbeitsverhältnis besteht rechtlich fort, auch wenn im Winter kein einziger Tag gearbeitet wird. Nur die tatsächliche Arbeitsleistung und Entlohnung pausiert.
| Merkmal | fijo discontinuo | Klassischer befristeter Vertrag |
|---|---|---|
| Vertragsdauer | unbefristet (Art. 16 ET) | zeitlich begrenzt, endet automatisch |
| Rückkehr zur Arbeit | durch Llamamiento (Abruf) | neuer Vertragsabschluss nötig |
| Betriebszugehörigkeit | zählt ab Vertragsbeginn, über alle Zyklen hinweg | beginnt bei jedem neuen Vertrag neu |
| Typische Branchen | Hotellerie, Gastronomie, Bildung (Nachhilfe/Extraescolar), Werbeinstallation | projektbezogene Tätigkeiten |
| Kündigungsschutz | wie bei unbefristeten Verträgen | endet mit Fristablauf, i. d. R. kein Kündigungsschutz |
Der Vertragstyp ist auch anwendbar für Arbeiten im Rahmen vorhersehbarer handels- oder verwaltungsrechtlicher Aufträge (contratas) sowie zwischen Zeitarbeitsfirmen und überlassenen Arbeitskräften.
Die zentrale Abgrenzung: Warum die Saisonpause kein ERTE ist
Das ist der Punkt, an dem die meisten Erklärungen im Netz durcheinandergeraten – und er ist entscheidend für deine Rechte. Die saisonale Inaktivität eines fijo discontinuo ist rechtlich kein ERTE. Beide Instrumente stehen im Estatuto de los Trabajadores, aber in völlig unterschiedlichen Artikeln mit unterschiedlicher Logik.
| Fijo discontinuo (Art. 16 ET) | ERTE (Art. 47 ET) | |
|---|---|---|
| Was es ist | unbefristeter Vertrag mit planmäßig wiederkehrenden Aktivitäts- und Inaktivitätsphasen | vorübergehende Aussetzung oder Reduzierung der Arbeitszeit wegen betrieblicher Not |
| Warum die Arbeit ruht | die Saison ist zu Ende – das ist der Normalzustand des Vertrags | wirtschaftliche, technische, organisatorische, produktive Gründe oder höhere Gewalt – ein außerordentlicher Vorgang |
| Verfahren | kein Verfahren nötig, die Pause folgt aus dem Vertrag selbst | Mitteilung an die Arbeitsbehörde plus gleichzeitige Konsultationsphase mit der Arbeitnehmervertretung |
| Rückkehr zur Arbeit | durch Llamamiento (Abruf) | durch Ende der ERTE-Maßnahme |
Praktische Konsequenz: Ein Hotel in der Playa de Palma, das im November schließt, schickt seine fijos discontinuos nicht "in ERTE". Deren Vertrag sieht die Winterpause von vornherein vor – es ist kein außergewöhnliches Ereignis, sondern der planmäßige Vertragszyklus. Ein ERTE käme erst dann in Betracht, wenn während der laufenden Saison die Arbeit unerwartet wegbricht, etwa durch anhaltenden Umsatzrückgang.
Achtung: Wenn dir dein Arbeitgeber mitten in der Saison mitteilt, du seist "im ERTE", solltest du prüfen, ob tatsächlich ein formelles Verfahren nach Art. 47 ET mit Mitteilung an die Arbeitsbehörde stattgefunden hat – oder ob hier fälschlich eine reguläre Saisonpause umetikettiert wird.
Der Vertrag: Form und Pflichtangaben
Ein fijo discontinuo muss zwingend schriftlich abgeschlossen werden (Art. 8.2 ET). Der Vertrag muss die wesentlichen Elemente enthalten – dazu gehören insbesondere die voraussichtliche Dauer der Aktivitätsperiode sowie Arbeitszeit und deren zeitliche Verteilung. Diese beiden letzten Angaben dürfen zunächst geschätzt werden und werden beim tatsächlichen Abruf konkretisiert.
Was Tarifverträge zusätzlich regeln können, das Gesetz selbst aber offenlässt:
| Regelungsgegenstand | Wer legt es fest? |
|---|---|
| Objektive und formale Kriterien des Llamamiento | Tarifvertrag, hilfsweise Betriebsvereinbarung |
| Sektorale Beschäftigungsbörse für Inaktivitätsphasen | Tarifvertrag |
| Zulässigkeit von Teilzeit beim fijo discontinuo | Tarifvertrag |
| Mindestabrufdauer pro Jahr | Tarifvertrag |
| Höchstdauer der Inaktivität zwischen contratas/Aufträgen | Tarifvertrag; fehlt eine Regelung, gelten drei Monate |
Wenn du einen Arbeitsvertrag dieser Art unterschreibst, lohnt sich also immer ein Blick in den einschlägigen Tarifvertrag deiner Branche (Convenio Colectivo) – dort stehen die konkreten Zahlen, die das Gesetz bewusst offenlässt. Für Arbeitgeber, die zum ersten Mal Personal einstellen, lohnt sich vorab ein Blick in unseren Ratgeber Mitarbeiter einstellen Spanien.
Der Llamamiento: So funktioniert der Abruf zur Saison
Der Llamamiento ist der formelle Ruf zur Arbeit, mit dem die Aktivitätsphase beginnt. Das Gesetz macht dazu klare, aber bewusst offene Vorgaben:
- Der Abruf muss schriftlich oder in anderer nachweisbarer Form erfolgen.
- Er muss genaue Angaben zu den Bedingungen des Wiedereintritts enthalten.
- Er muss mit angemessenem Vorlauf erfolgen.
- Die konkreten objektiven und formalen Kriterien – etwa Reihenfolge oder Fristen in Tagen – stehen im Tarifvertrag, nicht im Gesetz selbst.
Hinweis: Es gibt keine feste gesetzliche Vorlauffrist in Tagen für den Llamamiento. Zahlen wie "15 Tage" oder "45 Tage" kursieren in verschiedenen Quellen, stammen aber – wenn überhaupt korrekt – aus einzelnen Tarifverträgen und lassen sich nicht pauschal auf alle Branchen übertragen. Prüfe immer den für deinen Betrieb geltenden Convenio Colectivo.
Zusätzlich muss das Unternehmen der Arbeitnehmervertretung zu Beginn jedes Kalenderjahres einen Kalender mit den Abrufprognosen für das Jahr oder Halbjahr übermitteln sowie die tatsächlichen Anmeldungen, sobald sie erfolgen. Bleibt ein erwarteter Abruf aus oder verstößt das Unternehmen gegen die vereinbarten Kriterien, können Betroffene die entsprechenden Klagen erheben – die Frist dafür beginnt ab dem Ausbleiben des Abrufs oder ab dem Zeitpunkt, zu dem sie davon Kenntnis erlangt haben.
Wie intensiv der Llamamiento auf Mallorca tatsächlich läuft, zeigen aktuelle Zahlen aus der Praxis: Laut Angaben der Gewerkschaft UGT-Servicios waren im Februar 2026 bereits rund 70 % der fijos discontinuos auf Mallorca für die kommende Saison abgerufen worden – mit besonders starker Dynamik in der Playa de Palma, in Calvià, Alcúdia und Cala Millor, während die Situation auf Ibiza und Menorca merklich verhaltener war.
Anmeldung in der Inaktivitätsphase: Die SOIB-Kampagne
Wer während der Winterpause nicht arbeitet, muss sich beim Servicio de Empleo de las Illes Balears (SOIB) als arbeitssuchend melden, um Ansprüche gegenüber dem Arbeitsamt geltend machen zu können. Der balearische Govern führt dazu jährlich eine eigene Kampagne durch:
| Kampagnendetail | Angabe |
|---|---|
| Wann melden | sobald die Saison endet und die Inaktivitätsphase beginnt — nicht erst Wochen später |
| Zuständige Stelle | SOIB (Servicio de Empleo de las Illes Balears), Consejería de Trabajo |
| Automatisiertes Verfahren | für alle, die bereits einmal beim SOIB registriert waren, ohne Cita previa möglich |
| Cita previa nötig für | Erstanmeldungen sowie Ausländer, die ihre Aufenthalts-/Arbeitserlaubnis nicht erneuert haben |
| Kontaktwege | soib.es und die SOIB-App; die aktuellen Telefonnummern und Öffnungszeiten stehen dort |
| Bearbeitete Anträge letzte Kampagne (Mallorca) | 90.643 Vorgänge, davon 26.440 telematisch |
Praktisch läuft das automatisierte Verfahren über ein Präsolicitud-Formular für die Arbeitslosenleistung auf der Website des SEPE; anschließend erhältst du eine SMS-Bestätigung des SOIB mit Informationen zu den Verlängerungsterminen deiner Demanda de Empleo (DARDE). Details zum eigentlichen Antrag beim staatlichen Arbeitsamt findest du in unserem Ratgeber Paro beantragen; die reine Registrierung als Arbeitssuchender ist getrennt davon in SOIB arbeitssuchend melden beschrieben.
Hinweis: Ob und in welcher Höhe während der Inaktivitätsphase tatsächlich Arbeitslosengeld (prestación por desempleo) gezahlt wird, hängt von deiner individuellen Beitragshistorie ab und wird vom SEPE geprüft. Verlässliche Prozentsätze oder Bezugsdauern nennen wir hier bewusst nicht ohne amtlichen Beleg – lass dir das im Einzelfall von einer Gestoría oder direkt beim SEPE durchrechnen.
Antigüedad und Schutzrechte, die oft übersehen werden
Der wohl unterschätzte Vorteil des fijo discontinuo betrifft die Betriebszugehörigkeit (antigüedad). Sie berechnet sich nach der gesamten Dauer des Arbeitsverhältnisses seit Vertragsbeginn – nicht nach der Summe der tatsächlich gearbeiteten Monate. Ausgenommen sind nur Bedingungen, die ihrer Natur nach objektiv, verhältnismäßig und transparent anders behandelt werden müssen.
Das ist für dich vor allem bei zwei Themen relevant:
- Abfindungen: Da die Antigüedad ab dem ersten Vertragsjahr durchläuft und nicht bei jeder Winterpause auf null zurückspringt, kann sich über mehrere Saisons ein deutlich höherer Abfindungsanspruch aufbauen als bei einer Kette befristeter Verträge. Details dazu findest du in Abfindung Spanien.
- Vereinbarkeitsrechte: Fijos discontinuos dürfen keine Nachteile erleiden, weil sie Vereinbarkeitsrechte (z. B. Elternzeit) wahrnehmen, gerechtfertigt abwesend sind oder andere gesetzlich bzw. tariflich anerkannte Rechte ausüben.
Zusätzlich ist das Unternehmen verpflichtet, über freie unbefristete Vollzeitstellen zu informieren, damit fijos discontinuos eine freiwillige Umwandlung in eine durchgängige Festanstellung beantragen können.
Wann greift dann tatsächlich ein ERTE?
Ein ERTE nach Art. 47 ET erlaubt es dem Unternehmen, die Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren oder Verträge vorübergehend auszusetzen – aber nur aus wirtschaftlichen, technischen, organisatorischen oder produktiven Gründen vorübergehender Natur oder wegen höherer Gewalt.
| ERTE-Voraussetzung | Konkretisierung |
|---|---|
| Wirtschaftliche Gründe | negative wirtschaftliche Lage, z. B. aktuelle oder erwartete Verluste |
| "Anhaltender" Rückgang | Einnahmen/Umsätze liegen in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen unter dem jeweiligen Vorjahresquartal |
| Geltungsbereich | unabhängig von Unternehmensgröße und Zahl der Betroffenen |
| Verfahren | Mitteilung an die zuständige Arbeitsbehörde plus Konsultationsphase mit der Arbeitnehmervertretung, höchstens 15 Tage (kürzer bei Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten) |
Ein ERTE ist also das richtige Instrument, wenn ein Hotel etwa mitten in der Hochsaison wegen eines unerwarteten Buchungseinbruchs Personal vorübergehend nicht beschäftigen kann – nicht für den ohnehin geplanten Wintereinschnitt.
Warum die Arbeitsinspektion genauer hinschaut
Der fijo discontinuo steht seit der Arbeitsmarktreform (Real Decreto-ley 32/2021) im Fokus der Inspección de Trabajo y Seguridad Social (ITSS), weil er in manchen Branchen missbräuchlich anstelle regulärer befristeter oder unbefristeter Verträge genutzt wird. Nach Berichten aus der Gestoría-Praxis erhielten bereits im ersten Quartal 2022 rund 83.600 Unternehmen ein Schreiben der ITSS zur Prüfung ihrer fijo-discontinuo-Verträge; ein weiterer "Plan de Choque ITSS" soll 2025 zusätzliche Unternehmen und Arbeitsverhältnisse erfasst haben. Berichtet wird zudem, dass die Inspektion 2024 eine erhebliche Zahl temporärer bzw. vermeintlich diskontinuierlicher Verträge in reguläre unbefristete Verträge umgewandelt hat.
Hinweis: Diese Zahlen stammen aus journalistischen und Branchenquellen, nicht aus einer offiziellen ITSS-Statistik-Fundstelle in dieser Recherche. Sie sollen dir vor allem eines zeigen: Wer als Arbeitgeber einen fijo discontinuo einsetzt, wo eigentlich ein normaler Dauerarbeitsplatz vorliegt, riskiert eine Umqualifizierung durch die Behörde. Lass Verträge im Zweifel von einer spezialisierten Steuerberater Mallorca-Kanzlei oder Gestoría prüfen.
Häufigste Fehler
- ERTE und Saisonpause verwechseln. Die planmäßige Winterpause eines fijo discontinuo braucht kein ERTE-Verfahren – wird sie fälschlich so bezeichnet, verschleiert das oft eine tatsächliche Kündigung oder einen unterbliebenen Llamamiento.
- Tagesfristen für den Llamamiento verallgemeinern. Es gibt keine einheitliche gesetzliche Frist – sie steht im jeweiligen Tarifvertrag und unterscheidet sich je nach Branche.
- Antigüedad falsch berechnen. Arbeitgeber, die bei jeder Saison die Betriebszugehörigkeit auf null setzen, verletzen Art. 16 ET – die Zählung läuft grundsätzlich ab Vertragsbeginn.
- fijo discontinuo mit befristetem Vertrag gleichsetzen. Wer glaubt, der Vertrag "läuft aus", verpasst unter Umständen seinen Anspruch auf den Llamamiento zur nächsten Saison.
- Keine SOIB-Anmeldung während der Inaktivität. Ohne fristgerechte Registrierung als Arbeitssuchender können Ansprüche und Fristen ins Leere laufen.
- Kündigung durch bloßes Ausbleiben unterstellen. Ein ausbleibender Abruf gilt nur unter engen Voraussetzungen als Kündigung – meist braucht es einen ausdrücklichen Hinweis des Arbeitgebers. Mehr dazu in Finiquito & Kündigung.
Was kommt danach? Umwandlung, Vida Laboral und Kündigung
Am Ende einer Saison oder nach mehreren Jahren als fijo discontinuo stellen sich typischerweise drei Fragen:
- Kann ich in eine durchgängige Festanstellung wechseln? Ja, sofern der Betrieb entsprechende freie Vollzeitstellen ausschreibt – das Unternehmen ist verpflichtet, darüber zu informieren, und du kannst dich freiwillig bewerben.
- Wie belege ich meine Beitragszeiten gegenüber Behörden oder für die Rente? Über die Vida Laboral, die alle deine Beschäftigungsperioden bei der Seguridad Social dokumentiert – auch über mehrere Saisons hinweg. Details dazu in Vida Laboral abrufen.
- Was passiert, wenn der Arbeitgeber mich nicht mehr abruft? Bleibt ein Llamamiento aus, ohne dass eine formelle Kündigung ausgesprochen wurde, solltest du rechtzeitig reagieren und ggf. die entsprechende Klage prüfen – die Frist läuft ab dem Zeitpunkt, an dem du vom Ausbleiben Kenntnis erlangt hast.
Wer nach der Saison krankgeschrieben wird oder in eine andere Beschäftigungsform wechseln möchte, findet ergänzende Informationen in Krankmeldung Spanien und Arbeiten als Angestellter.
Checkliste für Saisonarbeiter und Arbeitgeber
| Für Arbeitnehmer | Für Arbeitgeber |
|---|---|
| Vertrag schriftlich vorliegen, Aktivitätszeitraum darin erkennbar | Schriftform des Vertrags mit allen Pflichtangaben (Art. 8.2 ET) sicherstellen |
| Llamamiento-Bedingungen im geltenden Tarifvertrag nachlesen | Objektive Abrufkriterien im Convenio Colectivo bzw. per Betriebsvereinbarung festlegen |
| Nach Saisonende unverzüglich beim SOIB als arbeitssuchend melden | Jahreskalender mit Abrufprognosen an Arbeitnehmervertretung übermitteln |
| Eigene Vida Laboral regelmäßig prüfen | Antigüedad korrekt ab Vertragsbeginn berechnen, nicht pro Saison neu |
| Bei ausbleibendem Abruf Fristen für Klagen im Blick behalten | Vertragstyp regelmäßig gegen ITSS-Kriterien prüfen lassen |
Fazit
Der fijo discontinuo ist für Mallorcas Tourismuswirtschaft die zentrale Beschäftigungsform – ein unbefristeter Vertrag mit eingebautem Saisonrhythmus, kein Zeitvertrag und schon gar kein ERTE. Wer diesen Unterschied verinnerlicht, versteht auch, warum die Winterpause kein Kündigungsgrund ist, warum die Betriebszugehörigkeit über Jahre weiterläuft und warum der Llamamiento kein bloßes Entgegenkommen des Arbeitgebers, sondern eine vertragliche Pflicht ist. Für Arbeitnehmer bedeutet das: rechtzeitig beim SOIB melden, den eigenen Tarifvertrag kennen und bei Unklarheiten frühzeitig rechtlichen Rat einholen. Für Arbeitgeber heißt es: sauber dokumentieren, Fristen einhalten und den Vertragstyp nicht als Ersatz für einen regulären Dauerarbeitsplatz missbrauchen – die Arbeitsinspektion schaut hier inzwischen genau hin.
Offizielle Quellen
- Estatuto de los Trabajadores (Real Decreto Legislativo 2/2015), konsolidierte Fassung: https://www.boe.es/buscar/act.php?id=BOE-A-2015-11430
- Govern de les Illes Balears / SOIB, Nota Informativa zur Anmeldekampagne für fijos discontinuos: https://www.caib.es/pidip2front/jsp/es/ficha-convocatoria/el-govern-activa-hoy-la-campana-de-inscripcion-para-fijos-discontinuos-y-trabajadores-de-fin-de-temporada
- Servicio Público de Empleo Estatal (SEPE), Antragstellung für Arbeitslosenleistungen: https://www.sepe.es
- Diario de Mallorca, Berichterstattung zum Llamamiento-Fortschritt Saison 2026: https://www.diariodemallorca.es/mallorca/2026/02/24/turismo-70-fijos-discontinuos-mallorca-sido-127177963.html