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Wind auf Mallorca: Mittelmeer-Winde, Küsten und Tipps


Mallorca ist keine dauerhaft stürmische Insel. Der Wind gehört zwar spürbar zum Wetterbild, bleibt im Jahresmittel aber relativ moderat: Die monatlichen Durchschnittswerte liegen meist zwischen rund 12 und 14 km/h. Entscheidend ist weniger ein einzelner Durchschnittswert als die Richtung. Sie bestimmt, ob eine Bucht ruhig wirkt, ob an der Nordküste Wellen stehen oder ob in der Bucht von Palma nur eine leichte Brise ankommt.

Wer die Winde kennt, liest die Insel besser: beim Segeln, beim Stand-up-Paddling, bei einem Badetag an der Ostküste oder bei der Fahrt zum Cap Formentor. Für die langfristige Einordnung hilft zusätzlich die Klimatabelle; für Badeplanung und Wassersport ist auch die Wassertemperatur nützlich.

Die acht benannten Mittelmeer-Winde

Rund um Mallorca werden die klassischen Windrichtungen des westlichen Mittelmeers mit eigenen Namen beschrieben. Sie sind keine Folklore, sondern praktische Kurzformeln für Richtung, Seegang und Wettercharakter.

  • Tramuntana = N: kühler Nordwind. Er kann an der Nordküste deutlich spürbar sein und bringt oft klare Luft. Für Details siehe Tramuntana.
  • Gregal = NE: Nordostwind. Häufig relevant für die Nord- und Ostküste, weil diese Küstenabschnitte der Richtung stärker ausgesetzt sind.
  • Llevant = E: Ostwind. Er trifft die langen Ostküstenabschnitte direkt und kann dort mehr Welle bringen als in geschützten Buchten im Westen oder Süden.
  • Xaloc = SE: Südostwind. Tendenziell milder, aber für offene Buchten im Südosten wichtig; je nach Lage kann er unruhiges Wasser erzeugen.
  • Migjorn = S: Südwind. Er erreicht die Südküste direkter und kann sich in der Bucht von Palma bemerkbar machen, bleibt aber nicht automatisch stark.
  • Llebeig = SW: Südwestwind. Auf Mallorca häufig als wärmere Brise wahrgenommen; für Segelrouten entlang der Südwestküste bei Port d’Andratx relevant.
  • Ponent = W: Westwind. Er betrifft besonders offene Westlagen und kann nach Wetterwechseln klarere Luft bringen.
  • Mestral = NW: Nordwestwind. Er steht in engem Zusammenhang mit der Gebirgslage im Norden und Westen und kann in exponierten Bereichen lebhaft wirken.

Durchschnittliche Windgeschwindigkeit im Jahreslauf

Die Monatswerte zeigen: Mallorca liegt im normalen Jahresverlauf in einem engen Korridor. Der April erreicht mit 14 km/h den höchsten Wert der Tabelle, der September mit 11,9 km/h den niedrigsten. Das ist ein moderates Niveau, das aber lokale Unterschiede nicht ersetzt: Eine geschützte Bucht und ein offenes Kap können sich am selben Tag sehr verschieden anfühlen.

MonatWind ⌀ (km/h)
Januar13
Februar13.4
März13.7
April14
Mai13.4
Juni13
Juli12.6
August12.2
September11.9
Oktober12.2
November12.6
Dezember13

Die etwas höheren Werte im Frühjahr passen zur Übergangszeit: Wetterlagen wechseln häufiger, und Windrichtungen können schneller drehen. Wer eine Reise in dieser Phase plant, findet ergänzende Monatsdetails für Februar, März und April. Im Spätherbst lohnt ein Blick auf November, weil kurze Wetterumschwünge dann praktischer geplant werden müssen.

Warum sich Wind je nach Küste so anders anfühlt

Mallorca ist geografisch asymmetrisch. Die Nord- und Teile der Ostküste liegen offener zum Mittelmeer. Dort können Tramuntana, Gregal, Llevant oder Mestral direkter ankommen. Das bedeutet nicht automatisch Starkwind, aber häufig mehr Welle, mehr Gischt an Felsküsten und eine deutlichere Brise an Kaps und Stränden mit offener Ausrichtung.

Die Bucht von Palma ist anders gelagert. Sie wird durch die Serra de Tramuntana im Nordwesten teilweise abgeschirmt. Je nach Windrichtung kann Palma deshalb ruhiger wirken als die Nordküste, obwohl auf der Insel insgesamt Wind gemeldet wird. Diese Schutzwirkung erklärt, warum ein Tag in Port de Pollença, an der Platja de Muro und in Palma sehr unterschiedliche Bedingungen bieten kann.

Auch die Topografie der Serra spielt eine Rolle: Täler, Pässe und Kaps lenken den Wind. An einem Aussichtspunkt kann es deutlich frischer sein als im nächstgelegenen Ort. Für Wetterentscheidungen zählt deshalb immer die Kombination aus Windrichtung, Küstenlage und lokaler Abschirmung.

Praktische Tipps für Segler, Wassersportler und Cap Formentor

Segler sollten nicht nur die Durchschnittsgeschwindigkeit betrachten. Wichtiger sind Richtung, Böenentwicklung und die Frage, ob die geplante Route im Lee oder in offener Lage verläuft. Nord- und Ostkurse können bei Tramuntana, Gregal oder Llevant anspruchsvoller sein als geschützte Abschnitte im Süden oder bei Camp de Mar.

Wassersportler profitieren von einer einfachen Regel: Offene Strände reagieren schneller auf Windwechsel als kleine, seitlich geschützte Buchten. Für SUP, Kajak oder Schnorcheln ist ein windärmerer Morgen oft die bessere Wahl, während Segler und Windsportler gezielt auf Brise warten. Vor Ort sollte immer geprüft werden, ob Flaggen, Rettungsschwimmerhinweise oder lokale Sperrungen gelten.

Besucher des Cap Formentor sollten Wind besonders ernst nehmen. Das Kap ist exponiert, und selbst moderate Inselwerte können dort kräftiger wirken. Für Fotos, kurze Wanderungen oder die Fahrt über Aussichtspunkte sind feste Schuhe, eine leichte Jacke und genügend Abstand zu Klippen sinnvoll. Bei Nord- oder Nordwestwind kann die Kombination aus Böen und enger Straße anstrengender sein als erwartet.

Fazit: moderate Werte, klare Unterschiede

Wind auf Mallorca ist meist kein Extremthema, aber ein sehr lokales. Die Tabelle zeigt ein moderates Jahresniveau von etwa 12 bis 14 km/h. Ob sich ein Tag ruhig oder frisch anfühlt, entscheidet vor allem die Windrichtung: Tramuntana und Mestral prägen den Norden und Nordwesten, Gregal und Llevant die Nord- und Ostküste, während die Bucht von Palma durch die Serra häufig geschützter liegt. Wer diese Muster kennt, plant Strandtage, Bootsfahrten und Ausflüge deutlich entspannter.