Mallorca: Verleger nennen KI einen „Papagei“
„Ein stochastischer Papagei“: So nennt Piero Salabè künstliche Intelligenz am 2. November beim Europäischen Verlegerkolloquium in Formentor auf Mallorca. Der leitende Belletristik-Lektor des deutschen Verlags Hanser meint, KI könne vorhandene Elemente kombinieren, aber nichts Neues schaffen. Zwei Tage lang diskutieren Verleger dort über KI, Bücher und das Lesen.
Manuskripte unter KI-Verdacht
Salabè sieht Verleger als menschliche Vermittler zwischen Autoren und Lesern. Andere Teilnehmer sprechen über die Folgen von KI für ihre Arbeit: Joaquín Palau vom Verlag Arpa nennt ihren Einsatz eine mögliche „Täuschung“ und fordert die Branche auf, sich auf ihr Handwerk zu besinnen.
Der französische Verlag Gallimard will künftig alle Manuskripte mit dem KI-Detektor Pangram prüfen. Sein Verleger Gustavo Guerrero warnt allerdings, auch dieses Programm werde überholt werden. Elena Martínez Bavière von Alianza und Cátedra mahnt, die künftigen Fähigkeiten der Technik nicht zu unterschätzen.
Sorge um das Lesen
Sophia Jansson vom finnischen Verlag Förlaget warnt vor sinkendem Leseverständnis bei Schülern in Europa und verweist auf die jüngsten PISA-Ergebnisse. Besonders beschäftigt sie die Lage sprachlicher Minderheiten. Ihr Verlag veröffentlicht Bücher auf Schwedisch in Finnland, obwohl das nach ihren Worten wirtschaftlich nicht tragfähig ist.
Basilio Baltasar, Direktor der Stiftung Formentor, kritisierte bereits am 1. November, dass Bildschirme Bücher in Schulen zunehmend ersetzen. Restauratorin Ángela Núñez-Gaitán von der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek erinnert dagegen an das, was ein gedrucktes Buch ausmacht: Einband, Geruch und die Haptik seiner Seiten.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com