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KI bedroht das Denken: Formentor-Chef warnt auf Mallorca

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Maschinen schreiben mühelos Texte – und Menschen könnten dadurch aufhören, selbst zu schreiben, zu denken und schließlich zu fühlen. Davor warnt Basilio Baltasar, Leiter der Formentor-Stiftung und Jurypräsident des Formentor-Preises, beim Abschluss der diesjährigen Literaturgespräche in Cap de Formentor auf Mallorca am Mittwoch. Der Literaturpreis geht 2026 an den portugiesischen Schriftsteller Gonçalo M. Tavares.

El director de la Fundación Formentor y presidente del jurado de los Premios Formentor, Basilio Baltasar, en la edición de 2026
Europa Press

Baltasar nennt die mögliche Folge des KI-Einsatzes eine „Tragödie“, eine Bedrohung und eine Gefahr. Er fordert Regierungen und Parlamente auf, der Technologie Grenzen zu setzen. Künstliche Intelligenz war auch ein zentrales Thema der diesjährigen Gespräche.

Der Preis soll Leser neugierig machen

Der Formentor-Preis soll nach Baltasars Worten die Aufmerksamkeit eines breiten Publikums wecken und Leser mit Schriftstellern bekannt machen. Es gehe nicht darum, den Erfolg bereits berühmter Autoren zu bestätigen. Die Jury untersuche literarische Werke über Monate hinweg, bevor sie einen Preisträger auswähle.

Der Preis wurde 1961 von europäischen Verlegern ins Leben gerufen und 2011 wieder aufgenommen. Er ist mit 50.000 Euro für das Gesamtwerk eines Autors dotiert. Zu früheren Preisträgern zählen Annie Ernaux und László Krasznahorkai, die später den Literaturnobelpreis erhielten.

Weitere Treffen auf Mallorca bleiben offen

Preis und Literaturgespräche sind in diesem Jahr nach Cap de Formentor zurückgekehrt. Baltasar freut sich über das Wiedersehen mit mallorquinischen Lesern und Leseclubs. Ob die Treffen auch künftig dort stattfinden, ist offen. „Das würden wir uns wünschen“, sagt er.

Seit 2021 zog die Veranstaltung unter anderem nach Sevilla, Gran Canaria und Madrid. Beim diesjährigen Treffen kamen zudem Verleger aus mehreren europäischen Ländern zusammen. Aus solchen Gesprächen seien bereits Übersetzungen, Verträge und Begegnungen mit Schriftstellern entstanden, sagt Baltasar.

Themen: Kultur

Quelle: Europa Press / Mallorca.com

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