Mallorca: Literaturpreisträger warnt vor Denkfalle KI
Bei einer Pressekonferenz in Formentor auf Mallorca warnt der portugiesische Schriftsteller Gonçalo M. Tavares davor, das Denken an künstliche Intelligenz (KI) abzugeben. Der diesjährige Träger des Premio Formentor der Literatur sagt am Sonntag, 1. November, KI könne Menschen aus Bequemlichkeit geistig lähmen. Noch am selben Abend soll er den Preis in Formentor entgegennehmen.
Schreiben lassen statt selbst denken
Wer eine KI Texte schreiben oder Sachverhalte analysieren lasse, verzichte auf die Übung des Nachdenkens, sagt Tavares. Er vergleicht das mit jemandem, der den Fernsehsender wechseln könnte, aber aus Bequemlichkeit nicht aufsteht. Auch dem Smartphone und sozialen Netzwerken gibt er eine Mitschuld am Verlust von Konzentration. Er selbst nutze keine sozialen Netzwerke.
Denken und Sprache müssten nach seiner Ansicht täglich trainiert werden. Als Beispiel nennt er mathematische Aufgaben, die er als Kind lösen konnte. Ohne Übung würde er daran heute scheitern.
Warum Sprache für ihn zur Demokratie gehört
Tavares warnt zugleich vor Armut und mangelnder Sprachbeherrschung: Beides erschwere Menschen die Teilhabe an der Demokratie. Wer Hunger habe oder keine Worte für seine Gedanken finde, könne sich kaum am öffentlichen Leben beteiligen. Auch die Verkürzung schwieriger Fragen auf ein bloßes Ja oder Nein kritisiert er. Sie schwäche die Fähigkeit, extremistischen Strömungen etwas entgegenzusetzen.
Die Verleihung des Premio Formentor der Literatur ist für 20.00 Uhr im Four Seasons Resort Mallorca at Formentor angesetzt.
Themen: Kultur
Quelle: Europa Press / Mallorca.com