Mallorca: Tavares erhält Literaturpreis und warnt vor Angst
Im Four Seasons Resort Mallorca at Formentor nimmt der portugiesische Schriftsteller Gonçalo M. Tavares am Sonntag, dem 1. November, den Premio Formentor de las Letras 2026 entgegen. In seiner Dankesrede am Cabo de Formentor auf Mallorca spricht er über Nachrichten, die Angst auslösen, und über die Kraft der Literatur. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.
Nachrichten, die „ersticken“
„Im Jahr 2026 fällt das Atmen schwer“, sagt Tavares. Nachrichten kämen mit Kohlenmonoxid, seien dazu gemacht, Menschen husten zu lassen und sie zu ersticken. Das ist das Bild, mit dem er seine Sorge beschreibt: Eine große, verängstigte Menge sei gefährlich, weil Menschen aus Angst leichter anderen folgen könnten.
Bücher könnten dagegen „Sauerstoff“ erzeugen, sagt der Autor. Er warnt vor einer Verarmung der Sprache und der Vorstellungskraft. Diese könne nach seiner Überzeugung „Faschismen kleinen Ausmaßes, aber großer Reichweite“ hervorbringen. Schreiben bedeutet für ihn, beim Blick auf die Welt nicht stumm zu bleiben.
Literaturgespräche am Cabo de Formentor
Tavares würdigt in seiner Rede auch die früheren Preisträger. Der Premio Formentor de las Letras und die begleitenden Literaturgespräche finden vom 1. bis 3. November am Cabo de Formentor statt. Nach einer Zeit mit wechselnden Veranstaltungsorten, die 2021 begann, kehren sie damit nach Mallorca zurück.
Die Literaturgespräche gehen in ihre 19. Ausgabe. Zur Preisverleihung gehört außerdem ein Gitarrenauftritt von Pedro Mateo mit Werken von Frédéric Chopin, Manuel de Falla und Alberto Ginastera.
Themen: Kultur
Quelle: Europa Press / Mallorca.com