Ca Na Sissy liegt in einer schmalen Gasse der Altstadt von Palma, wenige Schritte von der Plaça del Banc de l'Oli entfernt. Wer das Café zum ersten Mal sucht, läuft leicht daran vorbei: Diese Gasse gehört nicht zu den Wegen, über die sich der Altstadtverkehr schiebt. Genau darin liegt ihr Reiz. Drinnen fällt viel Tageslicht in den Raum, und das Tempo geht spürbar herunter.
Eröffnet haben das Café Eva und Guillem, die es seit 2025 selbst führen. Fast alles entsteht im Haus, und wenn du fragst, sagt dir Eva, was an diesem Tag besonders gut geworden ist.
Sissy ist dabei nicht nur eine Anspielung auf ein Familienmitglied, sondern vor allem eine erdachte Figur: eine weltgewandte Frau mit Stilgefühl und Freude am Gespräch, wie Eva sie sich vorstellt — jemand, mit dem man an einem sonnigen Nachmittag gern einen Kaffee trinken würde. Vorbeigekommen ist sie bisher nicht.

Was in der Küche von Ca Na Sissy passiert
Die Karte ist eine Verbeugung vor mallorquinischen Produkten und Traditionen, aber keine Kopie davon. Am deutlichsten wird das bei den Cocas, dem flachen Inselgebäck, das hier in mehreren Varianten aus dem Ofen kommt: eine mit langsam geschmortem Schweinerücken, eine süß-salzige mit karamellisierten Zwiebeln, Ricotta und getrockneten Aprikosen. Die zweite Kombination beschreibt das Haus ziemlich genau — Zutaten, die man nicht zusammen erwartet und die trotzdem zusammengehören, sobald sie auf der Gabel liegen.
Daneben steht, was ein guter Brunch braucht, nur sorgfältiger ausgeführt: Eggs Benedict, French Toast, Pancakes mit Früchten der Saison. Die Pancakes sind das Gericht, das Gäste am häufigsten weiterempfehlen. Was genau angeboten wird, hängt davon ab, was zu bekommen ist — die Küche richtet sich nach dem Markt und ändert die Karte entsprechend. Wer fleischlos isst, bekommt hier keine Verlegenheitslösung: Die süß-salzige Coca und die gemüsebetonten Teller der Mittagskarte sind eigenständige Gerichte.

Das Mittagsgericht der Woche
Über den Brunch hinaus gibt es ein Mittagsgericht, das wöchentlich wechselt und als kleines Menü auf den Tisch kommt: der Hauptteller, dazu Brot, ein frischer Beilagensalat, Wasser und Kaffee. Was darauf liegt, entscheidet die Saison. Die Logik bleibt dieselbe wie beim Brunch — Inselprodukte, eine ungewohnte Würzidee aus Kräutern oder Blüten, eine knusprige Komponente aus Mandeln. Das ist näher an dem, was Restaurants mittags auftragen, als an dem, was man von einem Frühstückscafé erwartet.
Kaffee, Ruhe und der Blick fürs Detail
Der Kaffee wird hier ernst genommen: Das Haus ist ebenso Espressobar wie Küche, und neben dem Kaffee wird auffallend gern Matcha bestellt.
Der Blick fürs Detail zieht sich durch den ganzen Betrieb: die Einrichtung, der Haken für die Tasche, ein Platz, an dem sich in Ruhe mit dem Laptop arbeiten lässt, und die Art, wie angerichtet wird — Farbe ist hier ein Gestaltungsmittel, kein Zufall. Im Hintergrund läuft Musik, der Raum bleibt trotzdem ruhig. Das Café ist klein, und es füllt sich, ohne hektisch zu werden; deshalb funktioniert es für ein langes Frühstück zu zweit ebenso wie für einen konzentrierten Vormittag allein.
Zwischen Plaça Major und Mercat de l'Olivar
Die Gasse liegt in dem Teil der Altstadt, der sich zwischen der Plaça Major, der Einkaufsstraße Carrer de Sant Miquel und dem Mercat de l'Olivar aufspannt. Für eine Küche, die mit Marktware arbeitet, ist das kein zufälliger Ort: Die Markthalle mit ihren Ständen für Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch liegt ein paar Gehminuten entfernt. Wer die Altstadt zu Fuß erkundet, kann den Besuch also mit einem Gang über den Markt oder einem Bummel durch Sant Miquel verbinden — und danach in eine Gasse abbiegen, in der es merklich leiser ist als eine Ecke weiter.
Ausstattung & Services
Barrierefrei
- Eingang
- Toilette
- Sitzplätze
Zahlung
- Kreditkarte
- EC-/Debitkarte
- Kontaktlos
Service
- Take-away
- Verzehr vor Ort
- Tischservice
Ausstattung
- Vegetarisch
- Terrasse
- WLAN
- Bar vor Ort
Atmosphäre
- Leger
- Gemütlich
- Angesagt
- Ruhig
Besonderheiten
- Guter Kaffee



