Celler Ca'n Costa liegt in der Carrer de Sant Vicenç, einer Fußgängergasse in der ummauerten Altstadt von Alcúdia, wenige Schritte neben der Hauptachse Carrer Major. Von außen ein mallorquinisches Stadthaus wie viele hier — drinnen kocht eine Familie seit 1983 das Repertoire, für das Mallorquiner sonst aufs Land fahren: Frit, Sopes mallorquines, Tumbet, Arròs brut, Lamm und Spanferkel aus dem Ofen.
Das Haus bezeichnet sich selbst als das älteste Restaurant Alcúdias. Dieselbe Familie führt es von Anfang an, und die Rezepte behandelt sie wie Erbstücke — sie stammen von den eigenen Vorfahren, nicht von einem Küchenchef mit Lebenslauf. Wer hier mallorquinisch essen will und nicht mediterran-international, kommt an dieser Adresse schwer vorbei.

Was ein Celler ist — und was Ca'n Costa daraus macht
Celler kommt vom lateinischen cellarium, dem Vorratsraum. Auf Mallorca meinte das Wort lange den Weinkeller eines Hauses: ein tiefer gelegter Raum mit dicken Mauern, Fässern und Pressen, in dem irgendwann auch gegessen wurde. Aus vielen dieser Keller wurden Wirtshäuser, und der Begriff wanderte mit. Heute steht Celler auf Mallorca weniger für einen Raum als für eine Küche — für Eintöpfe, Ofengerichte und Reis. Dass Alcúdia in dieser Geschichte vorkommt, hat einen Grund: Im Mittelalter konzentrierte sich der Weinbau der Insel auf Inca, Alcúdia und Felanitx.
Ob in diesem Haus je Wein lagerte, erzählt Ca'n Costa nicht. Vorzuweisen hat es anderes: die Küche, die Familie und ein Gebäude, das älter ist als fast alles ringsum. Der Name ist hier kein Kostüm, sondern eine Ansage darüber, was auf den Tisch kommt.

Die Küche: Frit, Arròs brut und Bacallà
Die Karte liest sich wie ein Inventar mallorquinischer Hausmannskost. Vorweg Pa amb oli und Allioli, Trempó mit Meeresfrüchten, Sopes mallorquines — dünne Brotscheiben, die im Gemüsesud weich werden — und Tumbet aus Auberginen, Kartoffeln und Tomatensauce. Frit mallorquí kommt mit Lamm, Leber, Kartoffeln und Kräutern, sein maritimes Gegenstück Frit marinero mit Meeresfrüchten.
Beim Fisch dreht sich vieles um Bacallà: Kabeljaufilet mit Knoblauch und Honig gratiniert, mit gerösteter Paprika oder mit Sobrassada und Honig. Dazu Sankt-Petersfisch auf mallorquinische Art mit Gemüse, Rosinen und Pinienkernen. Aus dem Ofen kommen Spanferkel und die Schulter vom Milchlamm, Kaninchen gibt es gegrillt oder mit Zwiebeln und Garnelenschwanz. Fragt man im Haus nach einer Empfehlung, fallen genau drei Namen: der gratinierte Bacallà, die Lammschulter und dieses Kaninchen.
Reis braucht Zeit und Gesellschaft — die Reisgerichte sind für mehrere Personen angelegt. Neben dem Arròs brut, dem würzigen Reiseintopf mit verschiedenen Fleischsorten, stehen die Paellas: gemischt, mit Fisch und Meeresfrüchten, als Fideuà mit Nudeln statt Reis, als Arròs negre mit Tintenfischtinte. Vegetarisch ist man mit Gemüsepaella, Tumbet und gegrilltem Gemüse versorgt; die Karte weist Allergene aus, die Nachspeisen sind hausgemacht, für Kinder gibt es eine eigene kleine Auswahl.
Das Haus in der Carrer de Sant Vicenç
Die Gasse ist eng und autofrei, und das Restaurant nutzt das: Ein Teil der Tische steht draußen, hinten öffnet sich ein Innenhof, drinnen sitzt man zwischen Steinwänden. Das Gebäude stammt aus dem sechzehnten Jahrhundert und hat seinen Zuschnitt behalten. An den Wänden hängen Familienstücke, Antiquitäten und altes Handwerkszeug — so viel davon, dass der Gastraum eher wie ein kleines Museum wirkt als wie Dekoration. Nach der Erzählung des Hauses verbrachte der mallorquinische Dichter Miquel Costa i Llobera hier seine Sommer.
Alcúdia hat zwei Gesichter: unten am Hafen die lange Bucht mit Promenade und Hotels, oben hinter der Stadtmauer die Altstadt. Ca'n Costa gehört zum oberen Teil. Wie viele Häuser im Norden legt es über die kalten Monate eine Pause ein, und ein Tisch will vorbestellt sein — das Haus füllt sich zuverlässig.
Weinkarte mit Inselschwerpunkt
Hauswein im Glas und in der Karaffe gehört zu einem Celler. Auf der Flaschenkarte überwiegt die Insel deutlich: Macià Batle, José L. Ferrer, Herederos de Ribas, Ànima Negra, Son Prim, Jaume de Puntiró. Rioja und Ribera del Duero stehen daneben, sind aber nicht die Hauptsache. Und zum Schluss kommt, was auf einer mallorquinischen Karte zum Schluss gehört: Hierbes, Palo, Canya, Mesclat, Brandy von Suau.
Ausstattung & Services
Parken
- Kostenlos
Barrierefrei
- Toilette
- Sitzplätze
Zahlung
- Kreditkarte
- EC-/Debitkarte
- Kontaktlos
Service
- Verzehr vor Ort
- Tischservice
Ausstattung
- Vegetarisch
- Terrasse
- WLAN
- Bar vor Ort
- Vegan
- Separater Raum
Atmosphäre
- Leger
- Gemütlich
- Angesagt
- Romantisch
- Historisch
Besonderheiten
- Gute Weinkarte
- Guter Kaffee
- Kamin
Reservierung
- Reservierung möglich
- Reservierung empfohlen
Geeignet für
- Gruppen



