Contrabando ist eine Tapas- und Weinbar am Passeig de Jaume III, mitten in Llucmajor. Der Ort liegt im Süden Mallorcas, im Landesinneren hinter der Küste, und hat sich seinen Alltag bewahrt: eine Kleinstadt mit Markt und Werkstätten, in der Gastronomie eher für die Nachbarn gemacht wird als für Reisebusse. Genau dort steht dieses Haus, und es macht kein Geheimnis daraus, wo es herkommt.
Der Name ist kein Zufall. Llucmajor und der mallorquinische Llevant waren nach dem Spanischen Bürgerkrieg jahrzehntelang die Hauptstadt des Schmuggels, und die Einrichtung spielt mit Motiven, die daran erinnern. Was auf den Tisch kommt, ist dagegen unverstellt: Tapas zum Teilen, Produkt aus der Nähe, mallorquinischer Wein.
Die Küche ist zum Gastraum hin offen, und das Haus sagt selbst, warum: Hinter jedem Teller stecke echte Arbeit und frische Ware, und beides dürfe man sehen.

Was bei Contrabando in Llucmajor auf den Tisch kommt
Die Karte führt zwei Linien nebeneinander. Auf der einen stehen die Klassiker, die in einer guten spanischen Bar nicht fehlen dürfen: Ensaladilla, Croquetas, Boquerones und Anchoas, Pimientos de Padrón, Banderillas. Auf der anderen das, was das Haus für sich reklamiert — Tartar von Thunfisch, Rind und Lachs, Hähnchenflügel in Barbecue-Sauce, Pulpillo de Roca, gratinierte Zamburiñas, Schweinefilet mit Sobrassada.
Dazwischen liegt das, was einen Abend hier trägt: marinierte Fische und Fleisch, Bretter mit Aufschnitt und Käse, Salate und die Ous romputs, die aufgeschlagenen Eier, von denen es im Haus mehrere Fassungen gibt. Wer eine Paella möchte, meldet sie einen Tag vorher an.
Drei Gerichte zeigen, wie hier gedacht wird. Die Medaillons vom Schweinefilet kommen mit gegrillter Sobrassada und handwerklich erzeugtem Honig. Die Hähnchenspieße bekommen eine Satay-Sauce, die nicht aus Erdnuss gemacht ist, sondern aus mallorquinischer Mandel. Und das Carpaccio von roten Garnelen trägt den Namen des Hauses im Titel.
Zum Schluss wird es noch einmal ausgesprochen lokal. Neben Tiramisù und Banoffee steht eine Mousse aus Johannisbrot, gemacht mit Algarroba von Es Garrover de Mallorca, einem Erzeuger mit Wurzeln in Llucmajor. Näher an den Ort kommt ein Dessert kaum.

Offene Küche und Körbe auf dem Tresen
Wer hereinkommt, sieht zuerst die Küche und den Tresen davor. Darauf stehen Körbe aus Palmito-Geflecht mit Obst und Gemüse der Saison — Paprika, Zucchini, Zitronen, Tomaten, die darauf warten, verarbeitet zu werden. Das ist die Visitenkarte, noch bevor eine Karte auf dem Tisch liegt.
Der Raum hat mallorquinischen Charakter, ohne rustikal zu tun: sonnengelbe Wände, gemusterte Bodenfliesen nach Art der alten einheimischen Muster, Weinregale, zusammengewürfelte Stühle, ein mit Lichterketten behängtes Fahrrad an der Wand. Vor dem Eingang liegt hinter einem Holzzaun eine kleine Terrasse mit wenigen Tischen. Auch die Weinkarte bleibt bewusst mallorquinisch; das Haus sagt selbst, dass sie von zu Hause kommt.
Dahinter steht Miquel, der Inhaber, der selbst im Lokal arbeitet und das Gastgeben ernst nimmt.
Das Lokal, das in einem Kriminalroman vorkommt
Contrabando hat eine Nebenkarriere, die man einer Tapas-Bar nicht ansieht. Der Autor Pete Davies hat vier auf Mallorca spielende Kriminalromane geschrieben, und in allen vieren kommt dieses Haus vor; Miquel selbst taucht darin ebenfalls auf. Im Lokal steht eine Reihe dieser Bücher.
Für den Abend am Tisch ändert das nichts. Aber die Kette passt: ein Lokal, das nach dem Schmuggel heißt, in einer Stadt, die einmal dessen Hauptstadt war, und das am Ende in einem Kriminalroman gelandet ist.
Ausstattung & Services
Parken
- Kostenlos
- Straßenparken
Barrierefrei
- Eingang
- Sitzplätze
Zahlung
- Kreditkarte
- EC-/Debitkarte
- Kontaktlos
Service
- Take-away
- Verzehr vor Ort
- Tischservice
Ausstattung
- Toilette
- Vegetarisch
- Terrasse
- Bar vor Ort
Atmosphäre
- Leger
- Gemütlich
- Angesagt
- Ruhig
Besonderheiten
- Gute Weinkarte
- Guter Kaffee
Reservierung
- Reservierung möglich
- Reservierung empfohlen
Geeignet für
- Familien mit Kindern
- Gruppen



