Grá ist ein irischer Pub im alten Ortskern von Santanyí, in dem kein einziges Gericht von einem Tier stammt. Das klingt nach einem Widerspruch, und genau daraus bezieht das Haus seinen Reiz: Guinness vom Fass, dunkles Holz, der Ton einer Dorfkneipe — und dazu eine Küche, die vollständig aus Pflanzen arbeitet.
Grá heißt auf Irisch Liebe. Andrea und Donal, die beiden Gastgeber, meinen damit nichts Verklärtes, sondern eine Haltung: Sie halten das Haus fleischfrei, weil sie Tieren nicht schaden wollen. Ein typischer Irish Pub soll trotzdem nicht daraus werden. Was sie aus Irland mitgebracht haben, ist das Gefühl beim Hereinkommen, nicht die Deko-Sammlung an der Wand.
Der Zusatz by foodjuicepassion führt viele in die Irre. Dahinter steckt keine zweite Firma und keine Kooperation, sondern der eigene Hausname der beiden: Unter foodjuicepassion betrieben sie vor dem Pub ein Liefergeschäft für pflanzliche Küche, und Website, Kontaktadresse und Social-Media-Auftritt laufen bis heute unter diesem Namen. Grá ist die Wirtschaft, die aus diesem Geschäft gewachsen ist.

Die Küche von Grá: der Pub-Kanon ohne Tier
Andrea kocht, und ihr Ansatz läuft auf zwei Linien. Die eine nimmt den irisch-britischen Kanon beim Wort und baut ihn ohne tierische Zutaten nach — Sunday Roast, Fish and Chips, Cottage Pie. Die andere greift weit darüber hinaus: Thai-Nudelsalat mit Mango, Erdnüssen und Edamame, Quesadillas mit Chipotle-Bohnen und Ananas-Pico-de-Gallo, Tacos, eine Falafel-Schale mit Harissa-Marmelade und Za'atar-Fladen, Shakshuka.
Auf der kleinen Karte wird es dann richtig eigen: Blumenkohl im Buffalo-Stil, Avocado-Ecken im Panko-Mantel, Corn Ribs aus längs geschnittenen Maiskolben mit Hoisin und Togarashi, Bao-Brötchen mit knusprigem Austernpilz und Gochujang, dazu eine Wassermelone, die wie roher Thunfisch geschnitten und mit Ponzu angemacht wird. Der Grá-Burger trägt Kokos-Bacon, Zwiebelmarmelade und Rosmarinkartoffeln. Ein großer Teil der Karte ist von Haus aus glutenfrei, der Rest ist gekennzeichnet und lässt sich bis auf wenige Ausnahmen umstellen. Über allem steht eine Ansage, die auf der Karte selbst gedruckt ist: Alles ist zum Teilen gedacht.

Der Markt bestimmt, was gekocht wird
Andrea geht wöchentlich auf den Markt von Santanyí und richtet ihre Gerichte nach dem, was dort gerade liegt. Sie kocht intuitiv und ändert die Karte, wenn die Zutaten wechseln — eine in Stein gemeißelte Liste ist das hier nicht. Zum Pub-Betrieb kommt ein Marktbrunch im begrünten Hof hinter dem Haus. So viel wie möglich stammt von der Insel und aus biologischem Anbau; die beiden sagen offen, dass sie damit auch die kleinen Erzeuger im Umfeld mittragen wollen.
Für wen das funktioniert
Hinter dem Tresen steht Donal und zapft die Pints. Guinness ist vegan, das Bier bricht also nicht mit dem Konzept — er selbst isst allerdings nicht vegan und besteht gerade deshalb darauf, dass diese Küche geschmacklich nichts schuldig bleibt. Das ist das beste Argument für das Haus: Es will niemanden bekehren, es will schmecken. Gäste, die sonst nie pflanzlich essen, sitzen hier neben Leuten, die im Südosten der Insel lange nach einer Adresse ohne Kompromisse gesucht haben.
Der Raum passt dazu. Dunkles Holz, Kerzen, Sofas, Pflanzen von der Decke, hinten ein kleiner Hof mit Schirmen und aufgearbeiteten Möbeln. Der Laden ist klein und wird voll; eine Reservierung ist keine schlechte Idee.
Ausstattung & Services
Parken
- Straßenparken
- Kostenlos
Barrierefrei
- Eingang
- Toilette
- Sitzplätze
Zahlung
- EC-/Debitkarte
- Kontaktlos
- Kreditkarte
Service
- Take-away
- Verzehr vor Ort
- Tischservice
Ausstattung
- Vegetarisch
- Terrasse
- Bar vor Ort
- Vegan
Atmosphäre
- Leger
- Gemütlich
- Angesagt
Haustiere
- Hunde draußen
- Hunde drinnen
Besonderheiten
- Guter Kaffee
Reservierung
- Reservierung möglich
- Reservierung empfohlen
Geeignet für
- Familien mit Kindern
- Gruppen



