Das Nirador liegt mitten auf dem Bulevar de Peguera, der Fußgängerachse, an der sich der ganze Ort entlangzieht. Es ist eines der kleineren Lokale in einer Reihe, in der die Betreiber häufig wechseln — und eines der wenigen, die man in Peguera trotzdem beim Namen kennt. Geschrieben wird er mal Nirador, mal Nirad'or; gemeint ist immer dasselbe Haus.
Dahinter steht eine einzelne Person. Nicole Stange, bei den Gästen Nicki, ist gelernte Köchin und war lange Küchenchefin im La Vida im selben Ort, bevor sie seit 2020 ihr eigenes Restaurant führt. Sie kocht selbst, und sie ist das Gesicht des Hauses — in einem Ort, in dem Gäste Jahr für Jahr wiederkommen, ist das kein Nebenaspekt, sondern der Kern des Betriebs.
Was auf den Tisch kommt, entscheidet sich morgens. Die Zutaten kauft sie persönlich ein, und was daraus wird, steht auf einer Tageskarte, nach der man beim Personal fragt. Daneben trägt die Karte ihre Umgebung mit: Weil Peguera nun einmal Peguera ist, taucht zwischen den eigenen Gerichten auch mal ein Schnitzel oder eine Currywurst auf. Die Küche versteht sich trotzdem als international, nicht als deutsch.

Was im Nirador auf den Tisch kommt
Die Basis ist mediterran, der Fisch hat Gewicht, und darüber liegt eine asiatische Handschrift, die Nicole Stange von ihren Reisen mitbringt. Am deutlichsten zeigt sie sich dort, wo roh gearbeitet wird: Lachs-Carpaccio im Asia-Stil, Lachstatar mit Ponzu, eine Ceviche, ein Tataki auf Süßkartoffelcreme. Auch Sashimi, im Moment geschnitten, gehört dazu — für ein Lokal an einer Boulevardzeile ist das eine ungewöhnliche Ansage.
Klassischer wird es bei den warmen Tellern. Gambas al Ajillo kommen in Olivenöl mit Knoblauch und Chili, das Risotto einmal mit Spargel und einem Fischfilet im Serranoschinken, einmal mit Waldpilzen und Trüffelöl. Beim Geflügel stehen ein asiatischer Glasnudelsalat mit Tempura-Huhn und ein Hähnchen im Vitello-Tonnato-Stil nebeneinander, dazu eine Burrata mit Pfirsich. Die Spannweite ist gewollt: Wer hier zu zweit isst, muss sich nicht auf eine Küche einigen.

Der Themenmontag
Die bekannteste Einrichtung des Hauses ist der Themenmontag. Dann trägt ein einziges Thema die gesamte Karte, von den Vorspeisen bis zum Hauptgang, und das Thema wechselt von Mal zu Mal: rund um den Lachs, rund um die Gamba, rund um Huhn, Risotto, Schnitzel oder Spare Ribs, dazu Paella und Tortilla española — und ein Abend, der komplett nach Griechenland führt.
Der griechische Abend zeigt am besten, wie ernst das gemeint ist. Er beginnt beim Bauernsalat und beim gratinierten Feta mit Kräutern und warmem Pitabrot, führt über den ganz gegrillten Fisch mit Zitronenkartoffeln, die geschmorte Lammhaxe mit feta-gefüllten Gnocchi und das hausgemachte Bifteki bis zur Moussaka und zum Spanakopita-Dürüm mit Blattspinat, Feta und Dill. Den Gyros-Teller gibt es mit Hähnchen und ebenso in einer vegetarischen Fassung — vegetarisch mitgedacht wird hier nicht als Alibi-Position am Kartenende.
Der Lachsabend geht in die andere Richtung: Carpaccio, Tatar, Ceviche, eine Poke Bowl mit Quinoa, gebratener Lachs in Kokos-Curry, Asia-Nudeln, ein Lachsburger und ein indonesischer Salat mit Erdnusssoße stehen dann auf derselben Karte. Wer den Themenmontag einmal mitgenommen hat, versteht schnell, warum Stammgäste ihn sich vormerken.
Nirador und der Boulevard von Peguera
Peguera gehört zur Gemeinde Calvià und liegt an der Südwestküste, gut zwanzig Kilometer westlich von Palma. Der Ort ist seit Jahrzehnten deutsch geprägt: Am Boulevard reihen sich Cafés, Eisdielen und Restaurants, und Schilder für Bratwurst und Grillhaxe gehören genauso zum Bild wie die drei Sandbuchten, die den Ort zum Wasser hin abschließen. Wer hier gut essen will, muss auswählen können — die Qualität schwankt stark.
Genau in dieser Umgebung hat sich das Nirador einen eigenen Ruf erarbeitet. Als kabel eins die Sendung Mein Lokal, Dein Lokal für die Jubiläumsfolge nach Mallorca holte, machte das Nirad'or den Auftakt der Inselstaffel; der Sender beschrieb das Haus als geschmacklich so bunt wie optisch. Seitdem kommen Gäste auch von außerhalb des Ortes. Einen Tisch sollte man deshalb vorab reservieren, in der Hauptsaison ohnehin — das Haus ist klein, und die Empfehlung kommt von der Wirtin selbst.
Ausstattung & Services
Parken
- Kostenlos
- Kostenpflichtig
- Straßenparken
Barrierefrei
- Eingang
- Sitzplätze
Zahlung
- Kreditkarte
- EC-/Debitkarte
- Kontaktlos
Service
- Verzehr vor Ort
- Tischservice
Ausstattung
- Toilette
- Vegetarisch
- Terrasse
- Bar vor Ort
- Vegan
Atmosphäre
- Leger
- Gemütlich
- Angesagt
- Romantisch
Besonderheiten
- Gute Weinkarte
- Guter Kaffee
Reservierung
- Reservierung möglich
- Reservierung empfohlen
Geeignet für
- Familien mit Kindern
- Gruppen



