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90/180-Tage-Regel Spanien: Wie lange Briten auf Mallorca bleiben dürfen

Seit dem Brexit gelten für britische Staatsangehörige auf Mallorca – und im gesamten Schengen-Raum – dieselben Regeln wie für andere Drittstaatler: maximal 90 Tage innerhalb eines rollierenden 180-Tage-Zeitraums, ohne Visum. Klingt einfach, ist in der Praxis aber eine der häufigsten Fallgruben für Briten, die ihr Haus auf Mallorca mehr als drei Monate im Jahr nutzen oder dauerhaft auswandern möchten. In diesem Ratgeber erfährst du, wie die 90/180-Tage-Regel Spanien exakt funktioniert, wie die Berechnung läuft, was das neue EU-Einreisesystem EES ab April 2026 ändert, was beim Überschreiten droht – und welche Wege aus der Touristenfalle herausführen.

90/180-Tage-Regel Spanien: Briten auf Mallorca 2026

Planst du mehr als 90 Tage auf Mallorca zu verbringen – oder willst du dauerhaft hierherziehen?


Warum die Regel für Briten seit dem Brexit neu ist

Vor dem 1. Januar 2021 konnten britische Staatsangehörige als EU-Bürger unbegrenzt in Spanien leben, arbeiten und Steuern zahlen. Mit dem Austritt aus der Europäischen Union endete dieses Recht. Seitdem werden Briten aus aufenthaltsrechtlicher Sicht wie Staatsangehörige anderer Drittstaaten behandelt – etwa wie Amerikaner, Kanadier oder Australier.

Das bedeutet konkret: Großbritannien ist kein Mitglied des Schengen-Raums, und britische Pässe berechtigen nur noch zu einem visumfreien Kurzaufenthalt. Wer also mit seinem Ferienhaus auf Mallorca mehr als drei Monate im Jahr verbringen möchte oder nach dem Renteneintritt dauerhaft auf die Insel ziehen will, muss sich rechtlich auf völlig neuem Terrain bewegen. Die 90/180-Tage-Regel Spanien ist dabei der erste Orientierungspunkt.

Achtung: Viele Briten, die bereits vor dem Brexit auf Mallorca angemeldet waren und die Residencia besitzen, sind von dieser Beschränkung nicht betroffen – ihr Status als Residenten bleibt in der Regel erhalten, sofern er nicht freiwillig aufgegeben oder verwirkt wurde.


Die 90/180-Tage-Regel genau erklärt

Die Regel basiert auf dem Schengen-Abkommen und ist in der EU-Verordnung 610/2013 kodifiziert. In Spanien selbst findet sie sich in Artikel 30 des Gesetzes 4/2000 (Ausländergesetz) wieder.

Die Kernregel lautet:

Aufenthalte im Schengen-Raum dürfen 90 Tage innerhalb eines jeden Zeitraums von 180 Tagen nicht überschreiten.

Der entscheidende Punkt: Es handelt sich nicht um ein festes Kalenderjahr oder ein Halbjahr, das am 1. Januar oder 1. Juli beginnt. Stattdessen wird rückwärts gerechnet.

Wie die Rückwärtsrechnung funktioniert

Seit 2013 gilt die sogenannte Rückwärtsrechnung. Das bedeutet: An jedem einzelnen Tag, an dem du dich im Schengen-Raum befindest, wird geprüft, wie viele Tage du in den zurückliegenden 180 Tagen bereits im Schengen-Raum verbracht hast. Diese Zahl darf an keinem Tag 90 überschreiten.

Sowohl der Tag der Einreise als auch der Tag der Ausreise werden dabei als volle Aufenthaltstage gezählt.

Praktisches Beispiel:

Zeitraum Aufenthalt auf Mallorca Verbrauchte Tage
1. Januar – 31. März 90 Tage 90 von 90
1. April (Einreise) Sofortiger Verstoß Kontingent erschöpft
29. Juni (nach 90 Tagen Pause) Neue Einreise möglich 0 von 90

Das Beispiel zeigt: Wer am 1. Januar einreist und 90 Tage durchgehend bleibt, kann erst dann wieder einreisen, wenn der am frühesten verbrauchte Tag (1. Januar) aus dem 180-Tage-Fenster herausgefallen ist – also frühestens Ende Juni.

Hinweis: Das Auswärtige Amt stellt einen kostenlosen Schengen-Aufenthaltsrechner zum Download bereit, mit dem du deine Reisepläne vorab prüfen kannst.


Was ist der Unterschied zur 183-Tage-Regel?

Hier herrscht häufig Verwechslungsgefahr. Beide Regeln betreffen Aufenthalte in Spanien, regeln aber völlig unterschiedliche Dinge:

Regel Zeitrahmen Thema Wer ist betroffen?
90/180-Tage-Regel Rollierende 180 Tage Aufenthaltsrecht (Einreise, Visum) Alle Drittstaatler inkl. Briten
183-Tage-Regel Kalenderjahr Steuerliche Ansässigkeit (IRPF) Jeder mit Bezug zu Spanien

Die 183-Tage-Regel (geregelt in Art. 9 LIRPF) besagt: Wer sich in einem Kalenderjahr mehr als 183 Tage in Spanien aufhält, gilt als steuerlich ansässig und muss sein weltweites Einkommen in Spanien versteuern. Dabei können auch vorübergehende Abwesenheiten unter Umständen angerechnet werden. Das spanische Finanzamt (AEAT) prüft dabei auch, ob sich der wirtschaftliche Lebensmittelpunkt in Spanien befindet.

Achtung: Es ist theoretisch möglich, das aufenthaltsrechtliche Limit von 90 Tagen einzuhalten und trotzdem steuerlich als Resident zu gelten – nämlich dann, wenn andere Kriterien (Mittelpunkt der Lebensinteressen, Familienwohnsitz) auf Spanien hinweisen. Lass das von einem Steuerberater klären.

Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber zu Steuern & Finanzen und speziell zur Nichtresidentensteuer Spanien.


Neu ab 2026: Das EES-Einreisesystem und ETIAS

Zwei neue europäische Systeme verändern ab 2026, wie die 90/180-Tage-Regel in der Praxis kontrolliert wird – und machen Verstöße deutlich schwerer zu kaschieren.

EES – Entry/Exit System (eingeführt am 9. April 2026)

Das EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) wurde am 9. April 2026 eingeführt. Es gilt für alle Nicht-EU-Staatsangehörigen – also auch für Briten – beim Übertritt aller Schengen-Außengrenzen.

Merkmal Details
Einführungsdatum 9. April 2026
Was wird erfasst? Biometrische Daten (Fingerabdrücke, Gesichtsbild)
Wo? An allen Schengen-Außengrenzen
Zweck Automatische Erfassung von Ein- und Ausreisen
Wen betrifft es? Alle Drittstaatler inkl. Briten
EU-Bürger? Nein, nicht betroffen

Das EES ersetzt die bisherige manuelle Passstempelung durch eine digitale Echtzeit-Aufzeichnung jeder Ein- und Ausreise. Damit wird das verbrauchte Kontingent automatisch und lückenlos erfasst – auch bei wiederholten kurzen Aus- und Einreisen.

ETIAS – European Travel Information and Authorisation System

ETIAS ist eine Reisegenehmigung für visafreie Drittstaatler (analog zum amerikanischen ESTA). Für Briten ist ETIAS laut aktuellem Stand für das 4. Quartal 2026 geplant. Erst dann wird sie zur Pflicht. Bis dahin reicht der gültige britische Pass für die visumfreie Einreise.

Hinweis: ETIAS ist keine Visumpflicht und ersetzt nicht die 90-Tage-Beschränkung. Es handelt sich um eine Vorab-Sicherheitsprüfung, die online beantragt wird und mehrere Jahre gültig sein soll.


Reisepass-Anforderungen für Briten 2026

Anforderung Details
Mindestrestgültigkeit 3 Monate über das geplante Ausreisedatum aus dem Schengen-Raum hinaus
Ausstellungsdatum Innerhalb der letzten 10 Jahre
Biometrische Registrierung (EES) Pflicht an der Grenze ab 9. April 2026
Stempel im Pass Entfällt mit EES-Einführung, wird digital erfasst

Achtung: Ein abgelaufener oder nicht ausreichend gültiger Reisepass kann zur Verweigerung der Einreise führen – unabhängig von einem noch nicht ausgeschöpften 90-Tage-Kontingent.


Was passiert, wenn du die 90 Tage überschreitest?

Das Überschreiten der 90-Tage-Grenze ist kein Kavaliersdelikt. Folgende Konsequenzen sind möglich:

  • Bußgelder bei Aufdeckung durch die Behörden
  • Mögliches Einreiseverbot in den Schengen-Raum
  • Erzwungene Ausreise, wenn der Verstoß beim Grenzübertritt festgestellt wird
  • Steuerliche Nachforschungen, wenn der Aufenthalt in die Nähe der 183-Tage-Grenze rückt

Mit der Einführung des EES am 9. April 2026 werden Überschreitungen deutlich zuverlässiger erfasst als bisher – die bisherige manuelle Passstempelung, die Lücken ermöglichte, entfällt.

Hinweis: Spanien hat laut Recherche bereits vor der EES-Einführung begonnen, Schengen-Aufenthalte auch von britischen Staatsangehörigen aktiv zu kontrollieren.


Kann man die Regel umgehen, indem man kurz ausreist?

Nein. Das ist einer der häufigsten Irrtümer. Die 90-Tage-Frist gilt für einen rollierenden Zeitraum von 180 Tagen, unabhängig davon, wie oft du die Insel oder den Schengen-Raum verlässt und wieder einreist. Ein Wochenendtrip nach Marokko oder ein kurzer Abstecher nach London setzt die Uhr nicht auf null zurück.

Die einzig legitime Möglichkeit, dauerhaft oder länger als 90 Tage in 180 Tagen auf Mallorca zu bleiben, ist ein legaler Aufenthaltsstatus – also ein Visum oder eine Residencia.


Wege aus der 90-Tage-Falle: Deine Optionen für längere Aufenthalte

Wer länger als 90 Tage in 180 Tagen auf Mallorca verbringen möchte, hat mehrere legale Optionen. Die richtige hängt von deiner persönlichen Situation ab.

Vergleich der vier legalen Aufenthaltsoptionen für Briten auf Mallorca: Residencia, Non-lucrative Visa, Golden Visa und Digital Nomad Visa mit Zielgruppe und Besonderheiten
Option Für wen geeignet? Besonderheiten
Residencia (Aufenthaltserlaubnis) Alle, die dauerhaft in Spanien leben wollen Pflicht nach 90 Tagen; Nachweis von Mitteln, KV, Wohnsitz nötig
Non-lucrative Visa (Visum ohne Erwerbstätigkeit) Rentner, Vermögende ohne Arbeit in Spanien Muss vor der Einreise beantragt werden; Einkommensnachweis erforderlich
Golden Visa (Investorenvisum) Immobilienkäufer mit entsprechend hoher Investition Aufenthalt nicht zwingend; Aufenthaltsrecht für Familie
Digital Nomad Visa Remote-Arbeitnehmer / Selbstständige Seit 2023 in Spanien möglich; Einkommensnachweis erforderlich
Autonomo (Selbstständigkeit) Wer in Spanien arbeiten und leben möchte Anmeldung als Selbstständiger; Steuerpflicht in Spanien

Hinweis: Wer die Residencia beantragt, muss in der Regel persönlich bei der zuständigen Oficina de Extranjería erscheinen. Benötigte Dokumente sind in der Regel: gültiger Reisepass, Nachweis ausreichender finanzieller Mittel, Krankenversicherungsnachweis und ein Wohnsitznachweis.

Ausführliche Informationen findest du in unserem Ratgeber zur Residencia Spanien.


Die Residencia: Der Standardweg für Briten auf Mallorca

Für die meisten Briten, die dauerhaft auf Mallorca leben möchten, ist die Residencia der entscheidende Schritt. Sie hebelt die 90-Tage-Grenze dauerhaft aus und ist die Grundlage für alle weiteren Behördengänge – von der Anmeldung beim Empadronamiento bis zum Führerschein.

Dokumente, die in der Regel benötigt werden:

  1. Gültiger Reisepass (Original + Kopie)
  2. Nachweis ausreichender finanzieller Mittel (z. B. Kontoauszüge, Rentenbescheid)
  3. Krankenversicherungsnachweis (privat oder über S1-Formular)
  4. Wohnsitznachweis (Mietvertrag, Kaufvertrag oder Empadronamiento-Bescheinigung)
  5. Ausgefüllte Antragsformulare (je nach Aufenthaltskategorie)

Nach der Residencia folgen häufig: Empadronamiento (Einwohnermeldeamt), NIE-Nummer (falls noch nicht vorhanden) und die Entscheidung über die Krankenversicherung – entweder über das S1-Formular oder eine private Police.


Steuerliche Konsequenzen: Was du als Nicht-Resident wissen musst

Auch wenn du innerhalb der 90-Tage-Grenze bleibst und keine Residencia beantragst, bist du steuerlich nicht unsichtbar. Als Nicht-Resident mit Immobilieneigentum in Spanien bist du grundsätzlich zur Zahlung der Nichtresidentensteuer (IRNR) verpflichtet – unabhängig davon, ob du die Immobilie vermietest oder nur selbst nutzt.

Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Nichtresidentensteuer Spanien.

Wer hingegen die Residencia beantragt und mehr als 183 Tage im Jahr in Spanien verbringt, wird steuerlich als Resident behandelt und muss sein weltweites Einkommen in Spanien erklären (IRPF). Dazu mehr im Ratgeber Steuern als Resident.


Häufigste Fehler von Briten beim Thema 90/180-Tage-Regel

  1. Falsches Rechenmodell: Viele gehen von einem festen Halbjahr aus (z. B. Januar–Juni) statt von der rollierenden 180-Tage-Berechnung. Das führt dazu, dass das Kontingent schneller erschöpft ist als gedacht.

    Sechs häufigste Fehler von Briten bei der 90/180-Tage-Regel Spanien als Warnkacheln, darunter die Kernregel: maximal 90 Tage in 180 Tagen, Ein- und Ausreisetag zählen voll
  2. Kurzausreisen als Reset missverstehen: Ein Wochenende in Gibraltar oder Marokko setzt die Uhr nicht auf null.

  3. EES unterschätzen: Seit April 2026 werden Ein- und Ausreisen automatisch digital erfasst. Lücken im alten Stempelsystem gibt es nicht mehr.

  4. Reisepassgültigkeit nicht prüfen: Drei Monate Restgültigkeit über das Ausreisedatum hinaus – nicht über das Einreisedatum.

  5. 90-Tage-Regel und 183-Tage-Regel verwechseln: Aufenthaltsrecht und Steuerrecht folgen verschiedenen Regeln und Zeiträumen.

  6. Zu spät mit der Residencia beginnen: Der Antrag kann mehrere Wochen dauern. Wer am Tag 88 anfängt, ist zu spät.

  7. Krankenversicherung vergessen: Ohne lückenlosen Nachweis einer Krankenversicherung wird die Residencia in der Regel nicht genehmigt. Mehr dazu: Krankenversicherung Spanien.


Was kommt danach? Dein Weg zum Resident

Wenn du die Entscheidung getroffen hast, dauerhaft auf Mallorca zu leben, folgt nach der Residencia eine ganze Reihe weiterer Schritte. Hier eine Übersicht:

Schritt Thema Ratgeber
1 Residencia beantragen Residencia Spanien
2 Einwohnermeldeamt Empadronamiento Mallorca
3 Steuerliche Ummeldung Steuern als Resident
4 Krankenversicherung Krankenversicherung Spanien
5 Führerschein umschreiben Führerschein umschreiben Spanien
6 Auto ummelden Auto anmelden Spanien
7 Auslandsvermögen melden Modelo 720

Checkliste: 90/180-Tage-Regel Spanien im Griff

  • Reisepassgültigkeit geprüft (min. 3 Monate über geplante Ausreise hinaus, ausgestellt in den letzten 10 Jahren)
  • Aufenthaltstage der letzten 180 Tage im gesamten Schengen-Raum dokumentiert
  • Schengen-Rechner des Auswärtigen Amts für nächste Reise genutzt
  • Unterschied zwischen 90-Tage-Regel (Aufenthaltsrecht) und 183-Tage-Regel (Steuer) verstanden
  • EES-Pflicht ab 9. April 2026 bekannt; biometrische Registrierung beim nächsten Grenzübertritt eingeplant
  • ETIAS-Einführung für Q4 2026 im Blick
  • Bei geplantem Langaufenthalt: Residencia-Optionen geprüft
  • Krankenversicherungsnachweis vorhanden
  • Steuerliche Situation (Nichtresidentensteuer bei Immobilieneigentum) geklärt
  • Bei Unklarheiten: Gestoría oder Anwalt kontaktiert (Gestoría Spanien)

Fazit

Die 90/180-Tage-Regel Spanien ist für Briten nach dem Brexit die zentrale aufenthaltsrechtliche Grenze – und seit der Einführung des EES am 9. April 2026 wird sie lückenloser überwacht als je zuvor. Wer Mallorca nur als Urlaubsziel nutzt und die 90 Tage im Blick behält, hat wenig zu befürchten. Wer aber mehr Zeit auf der Insel verbringen möchte – als Rentner, Fernarbeiter, Investor oder einfach aus Liebe zum Ort – braucht einen legalen Aufenthaltsstatus. Die Residencia ist dabei für die meisten der direkteste Weg. Entscheidend ist, rechtzeitig zu handeln: Behördenwege brauchen Zeit, und ein Antrag auf den letzten Drücker ist keine gute Strategie.

Offizielle Quellen

  • Schengen-Grenzkodex / EU-Verordnung 610/2013 (Grundlage der 90/180-Tage-Berechnung): eur-lex.europa.eu
  • Spanisches Ausländergesetz (Ley Orgánica 4/2000), Artikel 30 – Aufenthaltsdauer: boe.es
  • Ley del Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas (LIRPF), Artikel 9 – Steuerliche Ansässigkeit: agenciatributaria.es
  • Auswärtiges Amt – Berechnung der Aufenthaltsdauer mit Schengenvisum (90/180) inkl. Aufenthaltsrechner: auswaertiges-amt.de
  • Auswärtiges Amt London – Britische Staatsangehörige im Schengen-Raum: uk.diplo.de
  • EES – Entry/Exit System der EU (eingeführt 9. April 2026): ec.europa.eu/home-affairs
  • ETIAS – European Travel Information and Authorisation System: ec.europa.eu/home-affairs
  • ATIB – Agència Tributària de les Illes Balears (Steuern Balearen): atib.es
  • Oficina de Extranjería Palma de Mallorca (Residencia-Antrag): extranjeria.gob.es
Darf ich als Brite auch nach dem Brexit ohne Visum nach Mallorca einreisen?
Ja. Britische Staatsangehörige können visumfrei in den Schengen-Raum einreisen und sich dort bis zu 90 Tage innerhalb eines rollierenden 180-Tage-Zeitraums aufhalten. Für Aufenthalte über diese Grenze hinaus ist ein Aufenthaltstitel (z. B. Residencia) oder ein Visum erforderlich.
Setzt ein kurzer Ausflug nach Marokko oder Gibraltar meine 90 Tage zurück?
Nein. Die Frist gilt für den gesamten rollierenden 180-Tage-Zeitraum – unabhängig davon, wie oft du den Schengen-Raum verlässt und wieder einreist. Kurze Ausreisen setzen das Kontingent nicht auf null.
Was ändert das EES ab April 2026 für Briten auf Mallorca?
Das Entry/Exit System (EES), eingeführt am 9. April 2026, erfasst alle Ein- und Ausreisen von Drittstaatlern – also auch Briten – digital und biometrisch an allen Schengen-Außengrenzen. Damit werden Überschreitungen der 90-Tage-Grenze automatisch registriert.
Was ist ETIAS und muss ich es für Mallorca beantragen?
ETIAS ist eine elektronische Reisegenehmigung für visafreie Drittstaatler, vergleichbar mit dem US-amerikanischen ESTA. Für Briten ist die Pflicht laut aktuellem Stand für das 4. Quartal 2026 geplant. Bis zur Einführung reicht der gültige britische Reisepass.
Was droht bei einer Überschreitung der 90-Tage-Grenze?
Mögliche Konsequenzen sind Bußgelder, ein Einreiseverbot in den Schengen-Raum sowie erzwungene Ausreise beim nächsten Grenzübertritt. Mit dem EES-System sind Überschreitungen seit April 2026 deutlich leichter aufzudecken.
Was ist der Unterschied zwischen der 90-Tage-Regel und der 183-Tage-Regel?
Die 90/180-Tage-Regel betrifft das Aufenthaltsrecht – also wie lange du ohne Visum einreisen darfst. Die 183-Tage-Regel ist eine steuerrechtliche Grenze: Wer in einem Kalenderjahr mehr als 183 Tage in Spanien verbringt, gilt als steuerlich ansässig und muss sein weltweites Einkommen in Spanien versteuern.
Wie lange ist mein britischer Reisepass für die Einreise nach Spanien gültig?
Dein Reisepass muss mindestens 3 Monate über dein geplantes Ausreisedatum aus dem Schengen-Raum hinaus gültig sein und darf nicht älter als 10 Jahre sein.
Ich habe eine Immobilie auf Mallorca, bin aber kein Resident – muss ich Steuern zahlen?
Ja. Nicht-Residenten mit Immobilieneigentum in Spanien sind grundsätzlich zur Zahlung der Nichtresidentensteuer (IRNR) verpflichtet – unabhängig davon, ob die Immobilie vermietet wird oder nur zur Eigennutzung dient.