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Kaufen oder mieten auf Mallorca 2026: Die ehrliche Finanz-Entscheidungsmatrix

Ob du auf Mallorca eine Wohnung kaufen oder lieber mieten sollst, ist 2026 keine Lifestyle-Frage mehr – es ist eine Finanzentscheidung mit erheblichem Risikopotenzial in beide Richtungen. Die Quadratmeterpreise liegen laut Engel & Völkers-Erhebungen aktuell bei rund 4.704 € für Häuser und 5.384 € für Wohnungen, Tendenz weiter steigend – wenn auch moderater als in den Boomjahren zuvor. Gleichzeitig sind die Transaktionszahlen laut aktuellen Notarstatistiken zuletzt merklich zurückgegangen. Dieser Ratgeber gibt dir eine ehrliche, zahlenbasierte Matrix an die Hand: Was kostet kaufen wirklich (inkl. Steuern, Finanzierung, laufender Pflichten)? Was kostet mieten langfristig? Und wann kippt die Rechnung? Du lernst die entscheidenden Hebel kennen – von der ITP über Mietrenditen bis zur Steuerbefreiung beim Verkauf.

Kaufen oder mieten auf Mallorca 2026: Die Entscheidungsmatrix

Kaufen oder mieten – oder doch beides? Lass uns deine persönliche Situation durchrechnen.


Der Markt 2026: Was du bezahlst, wenn du heute kaufst

Bevor du irgendeine Rechnung aufmachst, brauchst du realistische Ausgangszahlen. Die Preisentwicklung der letzten Jahre zeigt eine klare Richtung:

Preisentwicklung Häuser auf Mallorca (Angebotspreise)

Jahr Ø €/m² Häuser Veränderung
2022 3.689 €
2023 3.932 € +6,6 %
2024 4.113 € +4,6 %
2025 4.489 € +9,2 %
2026 4.704 € +4,8 %

Quelle: Engel & Völkers, Angebotspreise auf Immobilienportalen, Stand Juni 2026

Preisentwicklung Wohnungen auf Mallorca (Angebotspreise)

Jahr Ø €/m² Wohnungen Veränderung
2023 4.009 €
2024 4.537 € +13,2 %
2025 5.095 € +12,3 %
2026 5.384 € +5,7 %

Quelle: Engel & Völkers, Stand Juni 2026

Was diese Zahlen bedeuten: Eine 90-m²-Wohnung in einer guten Lage Palmas kostet auf Angebotsbasis heute rund 485.000 €. In touristisch gefragten Regionen werden laut einzelnen Marktberichten im Feriensegment deutlich höhere Preise je Quadratmeter ausgerufen. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Notarstatistiken: Im November 2025 gingen die Transaktionen auf den Balearen im Jahresvergleich um 13,9 % zurück – einer der stärksten Rückgänge in ganz Spanien. Das hohe Preisniveau bremst die Nachfrage spürbar.

Achtung: Angebotspreise und tatsächliche Kaufpreise können auf Mallorca erheblich voneinander abweichen. Für deine persönliche Kalkulation solltest du immer den final verhandelten Notarpreis zugrunde legen.


Die wahren Kosten des Kaufs: Was on top kommt

Der Kaufpreis ist nur der Anfang. Auf Mallorca – und den Balearen generell – trägt der Käufer eine erhebliche Steuerlast und weitere Nebenkosten. Für eine ehrliche Kalkulation musst du diese Positionen einplanen:

Kaufnebenkosten Mallorca 2026: Aufschluesselung der einmaligen und laufenden Kosten beim Immobilienkauf

Kaufnebenkosten-Übersicht Mallorca 2026

Kostenart Höhe / Basis Hinweis
ITP (Impuesto Transmisiones Patrimoniales) Gestaffelter Satz, balearische Skala Gilt für Bestandsimmobilien; Details → ITP Balearen 2026
IVA + AJD (Neubau) 10 % IVA + ca. 1,2 % AJD Nur bei Erstverkauf vom Bauträger
Notarkosten ca. 0,2–0,5 % des Kaufpreises Staatlich geregelte Gebührenordnung
Grundbucheintragung ca. 0,1–0,3 % des Kaufpreises Pflicht für Rechtssicherheit
Anwalt / Gestor ca. 1–1,5 % des Kaufpreises Dringend empfohlen
Gesamt Nebenkosten ca. 10–14 % des Kaufpreises Je nach Objekttyp und Wert

Bei einem Kaufpreis von 500.000 € entstehen also Nebenkosten von rund 50.000–70.000 €, die du zusätzlich liquide halten musst. Eine detaillierte Aufstellung findest du im Ratgeber Kaufnebenkosten Mallorca.

Darüber hinaus kommen laufende Eigentumskosten hinzu, die beim Mieten entfallen:

Laufende Kosten als Eigentümer (Jahresübersicht, Beispiel 90-m²-Wohnung)

Kostenart Geschätzte Jahreskosten
IBI (Grundsteuer) je nach Gemeinde und Katasterwert, in der Regel mehrere Hundert bis über 1.000 €
Comunidad de Propietarios (Hausgeld) je nach Anlage, oft 1.200–4.800 € p.a.
Hausratversicherung / Gebäudeversicherung ca. 400–1.200 € p.a.
Instandhaltungsrücklage (empfohlen) ca. 1–2 % des Immobilienwerts p.a.
Vermögensteuer (Patrimonio) ab bestimmten Schwellenwerten; Details Vermögensteuer

Hinweis: Exakte IBI-Beträge variieren stark je nach Gemeinde und Katasterwert. Mögliche Ermäßigungen: IBI-Ermäßigung Mallorca.


Die wahren Kosten des Mietens: Was du wirklich zahlst

Mieten auf Mallorca ist teuer – daran lässt der Markt keinen Zweifel. Allerdings ist der Mietmarkt 2026 etwas anders geartet als der Kaufmarkt:

Laut Marktberichten zeigen die Mietpreise Anzeichen einer Stabilisierung oder schwächerer Zuwächse, während Kaufpreise weiter steigen. Das ist ein relevanter Unterschied für die langfristige Kalkulation.

Mietmarkt Mallorca 2026: Einschätzung nach Segment

Segment Preisniveau Trend
Langzeitmiete Palma, Wohnung 2–3 Zi. angespannt, Angebot knapp Stabilisierung
Langzeitmiete Außenbereiche / Gemeinden regional unterschiedlich leichte Entspannung möglich
Saisonmiete (3–11 Monate) deutlich über Langzeitmiete anhaltend hoch
Ferienvermietung (< 1 Monat) touristisch getrieben, sehr hoch Regulierungsdruck

Hinweis: Für Mieter unter 35 Jahren gibt es auf den Balearen staatliche Unterstützung durch den Bono Alquiler Joven. Auch auf dem Langzeitmiete-Ratgeber findest du aktuelle Hinweise zu Mietvertragstypen und Kündigungsschutz.

Was beim Mieten günstiger ist:

  • Keine Kaufnebenkosten (keine ITP, kein Notar, kein Anwalt)
  • Keine IBI, kein Hausgeld, keine Instandhaltungsrücklage
  • Kein Klumpenrisiko in einer einzigen Assetklasse
  • Maximale Flexibilität beim Wegzug

Was beim Mieten teurer ist:

  • Kein Kapitalaufbau; Miete ist „verlorenes Geld" aus Eigenkapitalsicht
  • Keine Partizipation an weiterer Preissteigerung
  • Keine Planungssicherheit bei Eigenbedarfskündigung oder Preiserhöhungen

Die Entscheidungsmatrix: Kaufen vs. Mieten im direkten Vergleich

Hier kommt der Kern: eine strukturierte Gegenüberstellung nach Lebenssituation und Zeithorizont.

Kaufen vs. Mieten Mallorca 2026: Entscheidungsmatrix mit Zeithorizont, Eigenkapital, Steuerresidenz und weiteren Kriterien

Kaufen-oder-Mieten-Matrix Mallorca 2026

Kriterium Kaufen vorteilhaft Mieten vorteilhaft
Zeithorizont ≥ 5–7 Jahre geplanter Aufenthalt < 5 Jahre, ungewisse Planung
Eigenkapital ≥ 30–40 % des Kaufpreises vorhanden Eigenkapital unter 20 %
Marktphase Preiskorrektur / Käufermarkt Hochpreisphase wie aktuell 2026
Steuerresidenz Resident in Spanien (IRPF-Vorteile, Befreiungen) Nicht-Resident oder kurze Aufenthaltsdauer
Nutzungsart Hauptwohnsitz mit 100 % Eigennutzung Ferienwohnung mit geringer Nutzung
Renovierungsbedarf Sanierter Bestand oder Neubau Ältere Objekte mit unbekanntem Zustand
Kapitalmarktalternative Zinsniveau macht Anleihen unattraktiv Alternativrendite > Immobilienrendite
Vermietungsabsicht Langzeitvermietung geplant ETV-Lizenz nicht verfügbar
Familienplanung Sesshafter Lebensstil, Kinder, Schulen Nomadischer Lebensstil, berufliche Mobilität

Break-even-Denkrahmen (vereinfacht)

Die zentrale Frage lautet: Ab wann übersteigt der Wertzuwachs der Immobilie die einmaligen Transaktionskosten (Kauf + späteren Verkauf)?

Bei 10–14 % Kaufnebenkosten und nochmals ca. 3–5 % Verkaufsnebenkosten (Makler, Steuern) brauchst du allein zur Deckung dieser Transaktionskosten eine Wertsteigerung von insgesamt rund 13–19 % – bevor du auch nur einen Euro Gewinn machst.

Bei einer angenommenen moderaten Wertsteigerung von 4–5 % p.a. (wie zuletzt für Häuser belegbar) wäre dieser Break-even rechnerisch nach ca. 3–4 Jahren erreicht. Aber: Das sind Angebotspreise, keine garantierten Verkaufspreise. Wer in einer Hochpreisphase kauft und kurzfristig verkaufen muss, kann verlieren.

Achtung: Diese vereinfachte Rechnung berücksichtigt keine Finanzierungskosten (Hypothekenzinsen), keine laufenden Eigentumskosten und keine individuelle Steuersituation. Für eine belastbare Entscheidung ist eine individuelle Berechnung unerlässlich.


Finanzierung: Was eine Hypothek wirklich kostet

Wer nicht vollständig mit Eigenkapital kauft, muss die Finanzierungskosten in die Kalkulation einbeziehen. In Spanien können Nicht-Residenten in der Regel bis zu 60–70 % des Kaufpreises finanzieren, Residenten bis zu 80 %.

Die genauen Konditionen hängen von Zinsniveau, Bank, Bonität und Residenzstatus ab. Details zur Finanzierung findest du in den Ratgebern Immobilienfinanzierung Mallorca und Hypothek fest vs. variabel.

Wichtig für die Kaufen-oder-Mieten-Rechnung: Bei einer Hypothekenfinanzierung setzt du dich einem Zinsänderungsrisiko aus (falls variabel). Zudem bindet die monatliche Rate Liquidität, die alternativ angelegt oder als Miete eingesetzt werden könnte – der klassische Opportunitätskostenvergleich.

Faustformel: Hypothekenrate vs. Miete

Wenn die monatliche Hypothekenrate (inkl. Tilgung) plus die laufenden Eigentumskosten (IBI, Hausgeld, Instandhaltung, anteilig) deutlich über einer vergleichbaren Miete liegen, spricht das zunächst für Mieten – sofern die Differenz nicht durch erwarteten Kapitalaufbau und Wertsteigerung überkompensiert wird.

Bei aktuellen Preisniveaus auf Mallorca ist diese Schwelle vielerorts erreicht oder überschritten.


Steuerliche Dimension: Was Residenten und Nicht-Residenten unterscheidet

Die Steuerbehandlung ist ein oft unterschätzter Hebel in der Kaufen-oder-Mieten-Entscheidung.

Steuervergleich Kauf: Resident vs. Nicht-Resident

Steueraspekt Steuerresident Spanien Nicht-Resident
ITP beim Kauf Gleich Gleich
Laufende IRPF-Zurechnung (imputación) Entfällt bei Hauptwohnsitz 1,1–2 % des Katasterwerts als fiktive Einnahme
Wertzuwachs beim Verkauf (IRPF) 19–28 %; Befreiung bei Hauptwohnsitz + Reinvestition möglich 19 % IRNR; keine Hauptwohnsitzbefreiung
Vermögensteuer (Patrimonio) Ab bestimmten Freigrenzen Gilt ab erstem Euro (geringere Freibeträge)
Plus-Valía Municipal Zahlt der Verkäufer Zahlt der Verkäufer

Details zur IRPF-Befreiung beim Verkauf des Hauptwohnsitzes (Reinvestition in neuen Hauptwohnsitz, Altersbefreiung u.a.): IRPF-Befreiung Hauptwohnung Verkauf.

Wer als Nicht-Resident kauft und das Objekt nicht vermietet, zahlt jährlich eine fiktive Einkommensteuer auf einen Anteil des Katasterwerts – ein echter laufender Kostenfaktor, der beim Mieten entfällt.


Ferienvermietung als Rendite-Joker? Realität 2026

Viele Käufer rechnen mit Einnahmen aus der Ferienvermietung, um die Kaufentscheidung zu rechtfertigen. Hier ist 2026 besondere Vorsicht geboten:

Die Balearen-Regierung hat die Vergabe neuer ETV-Lizenzen (Licencias de Estancia Turística en Viviendas) stark eingeschränkt. Neue Lizenzen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sind in weiten Teilen Mallorcas nicht mehr erhältlich. Bestehende Lizenzen behalten ihren Wert – was den Preis lizenzierter Objekte weiter nach oben treibt.

Achtung: Wer beim Kauf mit Ferienvermietungseinnahmen kalkuliert, muss vor Abschluss des Kaufvertrags prüfen, ob die Immobilie über eine gültige ETV-Lizenz verfügt oder ob eine neue beantragt werden kann. Ein Kauf ohne gesicherte Lizenz und mit einkalkulierten Ferieneinnahmen ist ein erhebliches finanzielles Risiko. Details: ETV-Lizenz Mallorca. Für das Vermieten ohne entsprechende Genehmigung sieht der Gesetzgeber Strafen von mindestens 20.001 € vor.

Die Langzeitvermietung hingegen bleibt eine Option – mit dem Vorteil, dass Residenten in Spanien für langfristig vermieteten Wohnraum einen IRPF-Abzug auf die Nettomieteinnahmen geltend machen können. Die genaue Höhe dieses Abzugs ist gesetzlich geregelt und sollte mit einem Steuerberater geprüft werden. Mehr dazu: IRPF-Abzug Vermieter Balearen.

Renditeerwartungen im Vergleich (Orientierungswerte)

Vermietungsart Bruttomietrendite (Orientierung) Aufwand / Risiko
Langzeitmiete in der Regel 3–5 % p.a. Gering; Kündigungsschutz beachten
Saisonmiete (3–11 Monate) je nach Lage höher Mittel; kein Tourismusgesetz
Ferienvermietung mit ETV-Lizenz potenziell höher Hoch; Lizenz Voraussetzung

Diese Werte sind Orientierungsgrößen aus Marktberichten; individuelle Ergebnisse variieren erheblich.


Besondere Käufergruppen: Wer sollte wie entscheiden?

Erstkäufer / Hauptwohnsitz-Käufer

Wenn du auf Mallorca leben und deinen Hauptwohnsitz anmelden willst, kann es steuerliche Vorteile geben: je nach geltender Regelung ermäßigte ITP-Sätze für den Erstkauf der Hauptwohnung sowie staatliche Bürgschaftsprogramme für Jungkäufer (Hipoteca Joven Mallorca) und potenziell die komplette Befreiung von der Kapitalertragsteuer beim späteren Verkauf mit Reinvestition. Mehr: Erste Immobilie kaufen.

Investoren / Zweitwohnsitz

Hier ist die Kalkulation nüchterner. Ohne ETV-Lizenz ist die Rendite auf Langzeitmietniveau begrenzt. Die Kaufentscheidung muss dann maßgeblich auf der erwarteten Wertsteigerung und dem persönlichen Nutzen basieren. Wer hauptsächlich als Investor denkt: Investieren auf Mallorca und Rendite Mallorca 2026.

Deutsche Käufer / EU-Ausländer

Rund 30 % aller Käufe auf Mallorca werden von Ausländern getätigt, Deutsche zählen zu den größten Käufergruppen. Wichtig: Nicht-EU-Bürger benötigen für Käufe über bestimmten Schwellenwerten eine Investitionsgenehmigung. Für Deutsche entfällt diese. Aber die AWV-Meldepflicht beim Geldtransfer nach Spanien ist zu beachten.

Senioren / Altersvorsorge-Käufer

Wer im Rentenalter kauft und die Immobilie als Altersvorsorge betrachtet, profitiert unter bestimmten Voraussetzungen von der IRPF-Befreiung beim Verkauf für Personen über 65 Jahre. Aber: Die Liquidität ist gebunden. Erbschaftsplanung (Erbschaft & Schenkung Balearen) und der Pacto Sucesorio sollten frühzeitig mitgedacht werden.


Häufigste Fehler bei der Kaufen-oder-Mieten-Entscheidung

  1. Kaufnebenkosten unterschätzen: 10–14 % on top werden regelmäßig vergessen oder kleingerechnet. Diese Kosten sind weg – unabhängig davon, was die Immobilie danach macht.

  2. Zeithorizont zu kurz kalkulieren: Wer nach 2–3 Jahren verkaufen muss, verliert fast immer – Transaktionskosten fressen den Wertzuwachs auf.

  3. ETV-Lizenz-Situation nicht prüfen: Kaufen in der Annahme, vermieten zu können, ohne vorherige Lizenzprüfung. Die stark eingeschränkte Lizenzvergabe macht dies zum echten Fallstrick.

  4. Laufende Kosten nicht einrechnen: IBI, Hausgeld, Instandhaltung, Versicherung können je nach Objekt erhebliche Beträge pro Jahr ausmachen – und werden beim Vergleich mit der Miete gerne weggelassen.

  5. Steuerresidenz ignorieren: Nicht-Residenten tragen eine jährliche fiktive Einkommensteuer auf die Immobilie, die beim Mieten entfällt.

  6. Angebotspreis = Marktwert gleichsetzen: In einer Marktphase mit rückläufigen Transaktionszahlen (–13,9 % im Nov. 2025) besteht Verhandlungsspielraum. Wer den Angebotspreis zahlt, ohne zu verhandeln, verschenkt Marge.

  7. Kein rechtliches Vorab-Gutachten: Versteckte Schulden im Grundbuch, illegale Anbauten (Schwarzbau Mallorca) oder ungeklärte Bebauungsstatus (Finca Suelo Rústico) können den Kauf zur Kostenfalle machen.


Was kommt danach? Der Blick auf den Wiederverkauf

Eine Immobilie auf Mallorca kaufen und später wieder zu verkaufen ist ein vollständiger Zyklus – und du solltest ihn von Anfang an mitdenken.

Beim Verkauf entstehen:

  • Kapitalertragsteuer (IRPF für Residenten, IRNR für Nicht-Residenten): in der Regel 19–28 % auf den Gewinn
  • Plus-Valía Municipal (kommunale Wertzuwachssteuer)
  • Maklerprovision (üblicherweise 3–6 % des Verkaufspreises)

Mehr: Steuern beim Immobilienverkauf Spanien und Immobilie verkaufen Mallorca.

Die IRPF-Befreiung für den Hauptwohnsitz (Reinvestition oder Alter > 65) kann die Steuerlast beim Verkauf erheblich reduzieren – ein massiver Vorteil, der in die langfristige Kaufrechnung gehört: IRPF-Befreiung Hauptwohnung Verkauf.


Checkliste: Bist du bereit zu kaufen?

Geh diese Punkte durch, bevor du eine Entscheidung triffst:

  • Eigenkapital: Mindestens 30–40 % des Kaufpreises liquide verfügbar (inkl. Nebenkosten)?
  • Zeithorizont: Mindestens 5–7 Jahre Aufenthalt auf Mallorca geplant?
  • Steuerresidenz: Residenzstatus geklärt und steuerliche Konsequenzen bewertet?
  • Lizenzlage: Bei Vermietungsabsicht: ETV-Lizenz vorhanden oder Langzeitmiete als Alternativstrategie?
  • Rechtliche Prüfung: Grundbuch, Bebauungsstatus, ausstehende Schulden geprüft?
  • Laufende Kosten: IBI, Hausgeld, Versicherung, Instandhaltung konkret kalkuliert?
  • Notartermin vorbereitet: NIE-Nummer, spanisches Konto, ggf. Vollmacht Notar für Fernkäufe?
  • Hypothek (falls nötig): Finanzierungsangebot eingeholt, Zinstyp entschieden?
  • Vergleich: Mindestens drei vergleichbare Mietobjekte als Alternativrechnung aufgestellt?
  • Steuerberater / Anwalt: Auf Mallorca ansässiger Rechtsexperte beauftragt?

Fazit: Kaufen oder mieten – was lohnt sich 2026?

Es gibt keine universelle Antwort – aber es gibt klare Muster. Kaufen lohnt sich auf Mallorca, wenn du einen langen Zeithorizont hast, ausreichend Eigenkapital mitbringst, Steuerresident in Spanien wirst (oder es schon bist) und die laufenden Kosten in dein Budget passen. Besonders für Hauptwohnsitz-Käufer mit Reinvestitionsabsicht ist der Kauf langfristig oft die bessere Entscheidung – die mögliche Befreiung von der Kapitalertragsteuer beim Verkauf ist ein Argument ohne Pendant auf der Mietseite.

Mieten ist die klügere Wahl, wenn du weniger als fünf Jahre bleibst, nicht sicher bist, wie sich dein Leben entwickelt, das Eigenkapital fehlt oder du in einer Hochpreisphase kaufen müsstest und lieber auf eine Marktkorrektur wartest. Die aktuellen Rückgänge bei den Transaktionszahlen (–13,9 % im November 2025) deuten an: Der Markt könnte etwas Luft holen. Das bedeutet keine Crash-Prognose, aber Geduld kann sich auszahlen.

In der aktuellen Marktphase 2026 – historisch hohe Preise, rückläufige Transaktionen, eingeschränkte ETV-Lizenz-Verfügbarkeit – ist die Qualität der individuellen Entscheidungsvorbereitung wichtiger als je zuvor. Die Matrix hilft dir strukturieren; den richtigen Abschluss macht ein erfahrener Berater, der deinen konkreten Fall kennt.

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Offizielle Quellen

Sind die Kaufnebenkosten auf Mallorca höher als im Rest Spaniens?
Die Balearen haben eine eigene, gestaffelte ITP-Skala, die zu den höheren in Spanien gehört. Zusammen mit Notar, Grundbuch und Anwalt entstehen Nebenkosten von ca. 10–14 % des Kaufpreises – das ist ein relevanter Unterschied zu manchen anderen Regionen.
Wie lange muss ich eine Immobilie auf Mallorca halten, damit sich der Kauf rechnet?
Als grobe Faustregel gilt ein Zeithorizont von mindestens 5–7 Jahren, damit die einmaligen Transaktionskosten beim Kauf und beim späteren Verkauf durch Wertsteigerung und ersparte Mieten überkompensiert werden. Je nach Kaufpreis, Finanzierungskosten und Marktentwicklung kann dieser Zeitraum kürzer oder länger sein.
Kann ich als Nicht-Resident auf Mallorca problemlos kaufen?
Grundsätzlich ja. EU-Bürger wie Deutsche benötigen keine Investitionsgenehmigung. Allerdings gelten steuerliche Nachteile: Nicht-Residenten zahlen eine jährliche fiktive Einkommensteuer auf den Katasterwert, haben höhere Kapitalertragsteuersätze beim Verkauf und weniger Freibeträge bei der Vermögensteuer.
Darf ich meine gekaufte Wohnung auf Mallorca als Ferienunterkunft vermieten?
Nur wenn die Immobilie über eine gültige ETV-Lizenz verfügt. Die Vergabe neuer Lizenzen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ist in weiten Teilen Mallorcas stark eingeschränkt. Wer ohne Lizenz vermietet, riskiert Bußgelder von mindestens 20.001 €.
Was kostet Langzeitmiete auf Mallorca 2026?
Der Mietmarkt ist angespannt, zeigt aber erste Anzeichen einer Stabilisierung gegenüber den starken Preissteigerungen der Vorjahre. Konkrete Preise variieren stark nach Lage, Größe und Ausstattung – von vergleichsweise günstigen Lagen im Inselnorden bis zu sehr hohen Preisen in Palma und dem Südwesten.
Gibt es Kaufhilfen für Erstkäufer auf den Balearen?
Es gibt unter bestimmten Voraussetzungen einkommensabhängige ITP-Ermäßigungen für den Erstkauf der Hauptwohnung sowie staatliche Bürgschaftsprogramme wie die Hipoteca Joven. Details dazu in den Ratgebern zur ersten Immobilie und zum Hipoteca Joven Mallorca.
Was passiert steuerlich, wenn ich meine Hauptwohnung auf Mallorca verkaufe?
Als Steuerresident in Spanien kannst du unter bestimmten Voraussetzungen (Reinvestition in eine neue Hauptwohnung oder Alter über 65 Jahre) von der IRPF-Kapitalertragsteuer befreit werden. Das ist ein erheblicher finanzieller Vorteil des Kaufens gegenüber dem Mieten bei langem Zeithorizont.
Sind Immobilienpreise auf Mallorca 2026 noch im Steigen?
Ja, aber das Wachstum hat sich verlangsamt. Für Häuser verzeichnete Engel & Völkers zuletzt +4,79 % im Jahresvergleich, für Wohnungen +5,68 %. Gleichzeitig gingen die Transaktionszahlen laut Notarstatistik im November 2025 um 13,9 % zurück – ein Zeichen, dass das Preisniveau die Nachfrage bremst.